Zwei Millionen investiert

Alter Steinweg und Hintere Straße in Liebenau erneuert – 2019 geht's weiter

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Mittlere Straße in Liebenau: Die Stadt will die Arbeiten noch in diesem Jahr ausschreiben. Wenn die Angebote passen, soll es dort nach der Winterruhe weitergehen. Das notwendige Geld soll dafür im Haushaltsplan bereitgestellt werden.

Liebenau. Geduld war in den vergangenen Jahren in Liebenau gefordert. Der Alte Steinweg und die Hintere Straße wurden ausgebaut. Autofahrer und Fußgänger mussten sich mit Einschränkungen herumschlagen.

Das hat jetzt ein Ende. Mit einem Straßenfest hat die Stadt den Abschluss der Bauarbeiten gefeiert. Der Verkehr rollt schon wieder einige Zeit durch die beiden Straßen.

Grund für das Sanierungsprojekt, mit dem bis 2021 die gesamte Altstadt erneuert werden soll, sind die Wasser- und Abwasserrohre. Die sind in einem „erbarmungswürdigen Zustand“, sagte Bürgermeister Harald Munser. Seit 70 Jahren fließen Wasser und Abwasser durch die Leitungen, die sich im Laufe der Jahre zugesetzt haben. Teilweise habe sich dort „Rohrbruchschelle an Rohrbruchschelle“ gereiht, berichtete Munser. Zur Sicherung der Trink- und Löschwasserversorgung mussten die Leitungen erneuert werden. Und damit auch die Straßen und Gehwege.

Neben Wasser und Abwasser wurde einiges mehr erneuert: die Hausanschlüsse für Strom, die Versorgungsleitungen für die Straßenbeleuchtung und für Gas sowie Breitband. Für die Anlieger kostenfrei wurden die Gehwege gepflastert. Mit Unterstützung aus der Dorferneuerung konnten die Freiflächen neu gestaltet werden. Gefördert aus verschiedenen Töpfen, hat die Stadt in den beiden Straßen bisher für etwa zwei Millionen Euro saniert.

Fast zugesetzt: Stadtverordnetenvorsteher Werner Jordan zeigt ein Wasserrohr aus den 50er Jahren. Die Leitungen mussten dringend erneuert werden – und damit auch die Straßen.

Für Liebenau sei das ein „großartiger Tag“, sagte VizeLandrat Andreas Siebert. Der Kreis habe sich „mächtig eingeklinkt“ und sich mit 360 000 Euro an der Sanierung der Kreisstraße (Alter Steinweg) beteiligt. Siebert begrüßte, dass die Stadt die Voraussetzung für die Digitalisierung geschaffen habe. Wer da nicht mitgehe, werde abgeschnitten, mahnte der Erste Kreisbeigeordnete. Für den Fortgang der Arbeiten wünschte er der Stadt viel Erfolg, „gute Firmen und gute Preise“.

Bis Ende 2021 sollen auch die anderen Straßen der Liebenauer Altstadt durchsaniert sein, kündigte der Bürgermeister an. Dann endet die Dorferneuerung, aus der die Stadt noch einige Projekte finanzieren möchte. Wie berichtet, sollen die weiteren Arbeiten für die Vordere und die Mittlere Straße demnächst ausgeschrieben werden. Wenn die Finanzierung passt, will die Stadt die Aufträge noch in diesem Jahr vergeben.

Bei dem Straßenfest machte Bürgermeister Munser Werbung in eigener Sache: Gemeinsam mit der Kasseler Netcom will die Stadt für die Anlieger in den erneuerten Straßen Glasfaseranschlüsse bis ins Haus anbieten. Das sei für ein Dorf dieser Größe „etwas ganz Besonderes“, sagte der Verwaltungschef.

Straßenbeiträge zuvor abgeschafft

Die Anlieger werden mit den Kosten für die Hausanschlüsse beteiligt, was bis zu 5000 Euro ausmachen kann. Straßenbeiträge müssen sie nicht zahlen, weil die Stadtverordneten diese Beiträge kurz zuvor abgeschafft hatten. Dafür gab es Beifall von den Liebenauern. Im Einzelfall hätten Beiträge bis zu 33 000 Euro gezahlt werden müssen. 

Der Bürgermeister dankte den Liebenauern, dass sie die Geduld für den Straßenbau aufgebracht hatten. Den Straßenbauern dankte er ebenfalls: nicht nur für ihre Arbeit, sondern für die auskömmliche Beteiligung an Getränken und Würstchen für die Feier.

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