Sägen für den Naturschutz

Bei Niedermeiser beginnt Renaturierung der Magerrasen

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Entbuschung im „Scharfen Loh“ bei Niedermeister. Mateusz Lukawski (links) und Pawel Rygielski rücken mit Motorsägen dem Gebüsch zuleibe.

1,7 Millionen Euro stehen dem Landkreis zur Verfügung, um Magerrasenflächen im Warme- und Diemeltal zu erhalten. Dort findet jetzt Naturschutz mit Motorsäge und Trecker statt.

Ein Holzunternehmen aus dem Kreis hat „Im scharfen Loh“ bei Niedermeiser damit begonnen, die Flächen freizuschneiden.

Mangels Nutzung und Pflege wuchsen diese Flächen seit Jahren zu. Büsche und Bäume verdrängten die Pflanzen, die in dem Gebiet eigentlich Lebensraum finden. Unter anderem sollen Schopf-Kreuzblümchen und Großer Ehrenpreis dort wieder wachsen. Mit den Pflanzen ging die Zahl der Tiere zurück, die dort leben. Vor allem bei Insekten zeigte sich der Artenschwund, sagte Kreissprecher Andreas Bernhard.

Die Arbeiten finden mit Unterstützung der Eigentümer statt. Jürgen Düster, beim Landkreis zuständig für Landschaftspflege, weist darauf, dass das Projekt nur Flächen betrifft, die im kommunalen oder privaten Besitz sind. In Naturschutz- und FFH-Gebieten im Warme- und Diemeltal sind dabei keine Pflege-Eingriffe geplant. Wissenschaftler der Universität Osnabrück begleiten die Arbeiten. Sie untersuchen den derzeitigen Zustand der Flächen und wollen zum Ende des Projekts Bilanz ziehen, wie erfolgreich die Arbeiten waren. 

Jürgen Düster, Kreis Kassel

Auch die Verwertung des Holzes nehmen sie unter die Lupe. Die Büsche und Bäume, die herausgesägt werden, werden als Hackschnitzel in der Region verkauft. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob mit dem Erlös zumindest ein Teil der Arbeiten finanziert werden kann. Von dem Naturschutzprojekt soll auch der Tourismus im Diemeltal profitieren. Landwirte könnten einen Gewinn davon haben, wenn die Magerrasen extensiv beweidet werden. Sie könnten das Fleisch der Tiere oder Honig verkaufen. Mit Produkten aus regionaler Erzeugung ließe sich auch die touristische Vermarktung verbinden.

Für das Naturschutzprojekt haben das Bundesamt für Naturschutz, die Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie der Kreis zusammen die 1,7 Mio. Euro bereitgestellt. Auch Gebiete in Nordrhein-Westfalen profitieren davon.

18 Flächen werden entholzt

18 Magerrasen im Warme- und Diemeltal werden nach und nach von unerwünschten Gehölzen befreit, teilte der Kreis mit. Die Flächen sind zwischen 700 und 12 000 Quadratmetern groß. Einzelne wertvolle Bäume, Baumgruppen, andere wichtige Landschaftselemente und insbesondere Wacholder werden geschützt und bleiben an ihren Standorten. Zu den wichtigen Elementen gehören Ameisenbauten, die bestimmte Schmetterlinge für ihre Fortpflanzung brauchen.

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