Schnelleres Internet

Digitales Zeitalter kommt in Liebenau an 

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Wollen Liebenau mit schnellem Netz versorgen: Liebenaus Bürgermeister Harald Munser, Oliver Brunkow (Breitbandkoordination beim Landkreis), Thomas Peter (Telekom), Eckart Liebelt und Daniel Hecker (beide Netcom), Kerk Matherly (OR-Network), Silas Bittmann (Goetel) und Friedrich Rudert (Stadt Liebenau) bei der Versammlung.

Ein Breitbandausbau, soll schon bald das schnelle Internet in viele Teile Liebenaus bringen.

Von einem riesigen Sprung, einem Schritt, an den er selbst vor zwei Jahren noch nicht geglaubt hatte, sprach Liebenaus Bürgermeister Harald Munser in der Bürgerversammlung in der Kulturscheune.

Dass das Thema die Bürger Liebenaus interessiert, spiegelte sich an der großen Besucherzahl von 250 wider. Sie alle wollten erfahren, was ihr Bürgermeister sowie Vertreter der Firmen Netcom, Goetel und Telekom zur künftigen Versorgung zu sagen haben.

Glasfaser bis zum Gebäude

Und das lässt sich kurz folgendermaßen sagen: In den kommenden sechs Monaten wird sich in vielen Stadtteilen bezüglich der verfügbaren Bandbreite einiges verbessern. Dabei stehen die Anlieger der frisch sanierten Straßen der Kernstadt besonders gut da. „Die können in Kürze mit 500 Megabit pro Sekunde und mehr richtig Gas geben, dort findet der echte Aufbruch ins Gigabitzeitalter statt“, kommentierte Munser das Angebot. Dort gibt es Glasfaser bis zum Gebäude (FTTB).

Dass in Liebenau, Haueda, Ostheim und Zwergen künftig Bandbreiten von 50 Megabit je Sekunde realisierbar seien, sagte Daniel Hecker von der Netcom Kassel. Deren Angebote sind ab sofort buchbar. Nur vereinzelt könnte diese Geschwindigkeit schwierig zu erreichen sein. Das hänge mit der Distanz zwischen Kabelverzweiger und Haushalt zusammen, so Heckers weitere Angaben zum sogenannten FTTC-Netz. Das bedeutet soviel wie Glasfaser bis zum Verteilerkasten.

Schlusslicht Deutschland

Dass Deutschland im internationalen Vergleich ziemlich hinterherhinkt, machte Eckart Liebelt (Netcom) deutlich: „Deutschland hat zwei Prozent Glasfaserhausanschlüsse, in der Türkei sind es 20 und in Litauen 98.“ Zwischen 1000 und 2000 Euro müsse man für einen solchen Hausanschluss ungefähr berechnen. Zu Wort meldete sich auch Silas Bittmann von der Firma Goetel. Das Unternehmen hatte 2018 die Firma ACO übernommen. Lamerden und Niedermeiser sollen im ersten Halbjahr 2019 die Ausbaustufe FTTC bekommen, langfristig sei Glasfaser bis zum Haus angedacht.

In Ersen und Grimelsheim könnte eine Glasfaserverbindung nicht so schnell aufgebaut werden. Deshalb wolle man dort die vorhandene Technik verbessern. Das liege unter anderem daran, dass Strecken mit bis zu sechs Kilometern bis zum Verteiler gebaut werden müssten. Langfristig soll auch dort der Netzausbau vorangetrieben werden.

Datenvolumen fünfmal so hoch

Thomas Peter von der Telekom gab allgemeine Einblicke in die Zukunft des Internets. Er zeigte die immense Entwicklung des Datenvolumens auf, das von 2013 bis 2017 auf etwa die fünffache Menge angestiegen ist. 100 Megabit pro Sekunde gebe es seit September vergangenen Jahres in der sanierten Kernstadt Liebenau. Dieses Volumen soll dieses Jahr noch auf 250 Megabit pro Sekunde ansteigen.

Was hat Besucherin Doris Winter aus der Versammlung mitgenommen? „Ich als Zwergerin weiß nun, dass ich von der Telekom zur Netcom wechseln muss, wenn ich schnelleres Internet haben möchte. Allerdings geht das erst dann, wenn der Telekomvertrag ausgelaufen ist“, bemerkte die Ruheständlerin. Ob dieser Schritt für sie Sinn allerdings mache, wisse sie noch nicht, da Spiele und Filme aus dem Netz für sie nicht relevant seien.

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