Naturschutzbund überreicht Auszeichnung

Ernst Thönes Haus in Niedermeiser ist schwalbenfreundlich

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Urkunde und Plakette für den Schwalbenliebhaber: Ernst Thöne freut sich, dass er vom Nabu eine Auszeichnung für die Akzeptanz von Schwalbennestern an seinem Haus bekam – an seinem Heim hängt nun eine Plakette mit der Aufschrift „Schwalbenfreundliches Haus“.

Niedermeiser. Schwalben zählen zu den Sorgenkindern der Naturschützer. Aus Angst vor möglichen Verschmutzungen zerstören noch immer viele Hausbesitzer ihre Nester.

Ganz anders hingegen Ernst Thöne, der sich inzwischen an 20 Brutstätten der selten gewordenen Vögel an seinem Haus erfreut. Dafür bekam er nun vom Naturschutzbund Hofgeismar (Nabu) eine Auszeichnung überreicht.

Neben der Urkunde ziert das Haus der Thönes auch eine kleine Plakette mit der Aufschrift „Schwalbenfreundliches Haus“, welche der 68-Jährige zudem vom Nabu bekam. „Und genau das ist es auch – vor Jahren hat mal eine Schwalbe hier angefangen zu brüten und seitdem sind es immer mehr geworden“, erinnert sich der Rentner.

Immer hungrig: Junge Schwalben im Nest. Ohne Pause beliefern die Eltern die Kinderstube mit Futter.

Im gesamten Giebelbereich haben sich die Vögel heimisch niedergelassen und sorgen für mächtig Betrieb unterm thöneschen Dach. „Es ist zu niedlich, wenn die Jungen ihre Köpfchen aus den Nestern strecken oder zuzusehen, wie die Eltern ohne Pause ihr Nachkommen füttern.“ Da sie ja auch im Flug Insekten jagten, sei es außerdem schön, ihren Flugkünsten zuzusehen.

Recht bald, Ende August, werden seine tierischen Untermieter wieder in den Süden fliegen. „Das ist immer ganz besonders, dann sitzen alle zusammen auf dem Dach, als wenn sie sich von mir verabschieden wollten und fliegen dann gemeinsam los“, erklärt der Tierfreund. Natürlich hat auch Thöne mit den Hinterlassenschaften der Schwalben zu kämpfen, „allerdings sehe ich das nicht so eng – wenn sie weg sind, mache ich sauber und alles ist wieder gut.“

Tierfreund: Vom ersten Stock aus kann Ernst Thöne die Nester unter dem Dachvorsprung gut erkennen. Der 68-Jährige erfreut sich an den vielen Schwalben, die sein Haus zum Bau ihrer Brutstätten nutzen. 20 Nester sind es inzwischen mit jeweils mehreren Jungen.

Dass es zunehmend weniger Schwalben gibt, beunruhigt auch Hans-Jürgen Schwabe, den Vorsitzenden des Nabu Hofgeismar: „Viele haben Angst vor der Verschmutzung, schlagen deshalb die Nester ab und wissen gar nicht, dass sie sich damit strafbar machen“, klärt der Schöneberger auf. Mit Strafen von bis zu 50 000 Euro müssen solche Menschen rechnen. Auch für die Schwalbennester am Hofgeismarer Schwimmbad hat Schwabe langen kämpfen müssen, wurden diese doch einst entfernt. Heute helfen dort Kotbrettchen vor Verunreinigungen der Tiere und weil sie nicht mehr gestört werden, hat sich das Gebäude zu so etwas wie dem Hofgeismarer Schwalben-Eldorado entwickelt. „Das ist natürlich nicht vergleichbar mit Wülmersen, was sozusagen der Hotspot hier im Kreis ist“, berichtet Schwabe. Dort am Wasserschloss gebe es an die 200 Nester, eine echte Schwalbenkolonie. Grundsätzlich wünscht sich der Nabu-Vorsitzende, dass auch an öffentlichen Gebäuden mehr Rücksicht auf die rar gewordenen Vögel genommen wird - da sei noch einiges möglich, ist er sich sicher.

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