Neue Produkte im Sommer

Gin aus Ostheim: Schmiede für Hochprozentiges ist umgezogen

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Herz des Unternehmens: Kai Seidenhefter an der Destille. Hier zweigt er die Reste des Destillats ab, die nicht mehr verwendet werden können.

Ostheim. Kai Seidenhefter und Tobias Radler destillieren ihren Fieldfare Diemel Dry Gin nicht mehr in der Gartenhütte, in der die Erfolgsgeschichte des Getränks begann.

Im Herbst sind Seidenhefter und Radler umgezogen in die Schmiede, die seit Generationen zur Familie Radler gehört. Der Umzug war notwendig geworden. Denn das Geschäft, das gewissermaßen auf einer Schnapsidee beruht, hat sich gut entwickelt.

"Wir können uns nicht beschweren", beschreibt Radler die Entwicklung. Das geschätzte Getränk wird inzwischen weit über Deutschland hinaus verkauft. In der Bundesrepublik findet man den Fieldfare bei Wein- und Spirituosenhändlern entlang der Diemel, vor allem aber im ausgewählten Fachhandel in großen Städten. Bestellungen kommen auch aus Madrid, London, Amsterdam und Wien, berichten beide.

Deswegen war es in der Gartenhütte zu eng geworden. Da bot sich die Schmiede an, in der seit etwa 40 Jahren nicht mehr geschmiedet wird. Die Räume wurden saniert und so hergerichtet, dass nicht nur destilliert werden kann. Dort ist nun eine Bar eingerichtet, in der Verkostungen (Tastings) stattfinden. Vor und in der Schmiede wollen Seidenhefter und Radler am Samstag, 16. Juni, auch das erste Sommerfest der Diemelstrand-Distillers feiern (siehe Hintergrund).

Seit März gibt es ein weiteres Getränk aus der Schmiede: den Fieldfare Premium Sloe Gin. Der wird auf der Basis des Diemel-Gins hergestellt und mit Schlehen abgerundet. "Er ist das Geschwisterchen des Dry Gin", sagen die beiden Destilleure. Mit einem Tonic-Wasser sei das ein gutes Sommergetränk.

Alles für den Gin: Tobias Radler mit den Zutaten, die den Geschmack des Fieldfare ausmachen. Dazu zählen getrocknete Grapefruit-Schale, Wakame-Alge, Veilchenwurz, Kubeben-Pfeffer und Pastinaken-Wurzeln. Zur vollen Ansicht auf das Bild klicken.

Die Schlehen werden zugekauft, weil im Diemeltal nicht genügend in der notwendigen Qualität zu finden sind. Der Wacholder – neben dem Agraralkohol die Basis für den Gin – stammt weiterhin von den Diemelhängen. Der wird mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor der Haustür gesammelt.

Im Laufe des Sommers sollen neue Produkte das Angebot erweitern. Außerdem wollen die Beiden in eine größere Destille investieren. Mit ihrem Getränk sind beide auch auf Messen und bei Verkostungen unterwegs. 58 Außentermine sind bis jetzt für 2018 geplant. Demnächst stellen sie den Diemel-Gin auch beim Sommerfest der hessischen Landesvertretung in Berlin vor. Als „Aroma-Wucht aus Nordhessen hat ein Szene-Magazin den Fieldfaire Gin bezeichnet. Den „Ritterschlag“ gab es durch die Empfehlung eines Gin-Experten mit weltweiter Erfahrung.

Erstes Sommerfest

Radler und Seidenhefter laden für Samstag, 16. Juni, zum ersten Sommerfest an ihrer "Gin-Schmiede" ein. Das Fest beginnt um 14 Uhr In der Breite 2a im Liebenauer Stadtteil Ostheim. Damit wollen beide auch die Fertigstellung der Sanierung feiern.

Ab 14 Uhr gibt es neben dem eigenen Gin und den daraus gemixten Cocktails erfrischende Getränke sowie Barbecue vom Smoker. Mit dabei sind Oliver Proppe mit seinem Kaffee- und Cocktail-Bus sowie als Gast-Barkeeper Sascha Kleczka aus der Bar Drei in Kassel. Dazu gibt es entspannte Musik.

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