Früheres Gotteshaus in Haueda gekauft

Gin-Brenner aus Ostheim stellt Produkte bald in Kirche her

Kai Seidenhefter von den Diemelstrand Destillern in der Kirche in Haueda.
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Brennen auf dem entweihten Altar: Kai Seidenhefter steht unter dem Kreuz der ehemaligen Kirche von Haueda, wo die Diemelstrand Destiller ab dem nächsten Jahr ihre Produkte herstellen wollen.

Der katholische Pastoralverband St. Peter Hofgeismar–Weser–Diemel hat sich von einer Kirche getrennt: Die Diemelstrand Destiller aus Ostheim haben St. Albertus Magnus gekauft.

Haueda - Sie wurde im Sommer 2018 profaniert (entweiht) und seither nicht mehr genutzt. Die Ostheimer Gin-Produzenten wollen dort in Haueda künftig ihre Spirituosen herstellen und zum Verkauf anbieten. Martin Schöppe, Pfarrer im Pastoralverbund, begrüßte, dass die Käufer eine regionale und kulturelle Nutzung planen. Auch Begegnungen zwischen Menschen sollen weiterhin möglich sein. Dabei blieben „wesentliche Elemente des Gebäudes erhalten“. Eine „unschöne Alternative“ wäre nach dem Verkauf ein Abriss des Gotteshauses gewesen, das 1957 gebaut und geweiht worden war.

Die Kirche St. Albertus Magnus, die vor allem katholische Vertriebene in ihrer neuen Heimat gebaut hatten, habe den Menschen viel Segen gebracht, sagte der Pfarrer. Das Haus habe keine lange Geschichte, „die bis in alle Ewigkeit“ erhalten werden müsse. Generell bedauere die Kirche natürlich, dass Gotteshäuser verkauft werden müssten. Nach seinen Angaben ist St. Albertus die einzige Kirche, die derzeit im Pastoralverbund zum Verkauf stand oder steht. In der alten Schmiede in Ostheim sei es zu eng geworden, begründete Kai Seidenhefter von den Diemelstrand Destillern den Kauf. Mit der ehemaligen Kirche hätten sie hervorragende Räume gefunden. Sie liege in der Nähe von Diemel, Diemelradweg und Schmetterlingssteig. Neben motorisierten Besuchern könnten Kanuten, Wanderer und Radfahrer zu einer Rast einkehren. Die Produktion soll im Frühjahr beginnen. Dann soll das Haus auch für Gäste geöffnet werden.

Martin Schöppe

Mit Blick auf die künftige Produktionsstätte haben die Gin-Distiller ihr Angebot schon jetzt erweitert, ergänzt Seidenhefter: mit St. Albert-Kräutergeist. Das sind zwölf Sorten Kräuterschnaps als „Nischen- und Liebhaberprodukte“, aromatisiert unter anderem mit Minze, Rosmarin, Oregano oder Spargel aus der Region. (Bernd Schünemann)

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