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Halt in Liebenau: Aachener reist mit dem Rhönrad nach Teheran

Niedermeiser. Wer mit einem Rhönrad durch die Gegend zieht, fällt auf. Und genau darum geht es Shahin Sadatolhosseini auch.

Er will bei seiner einjährigen Reise die Blicke auf sich ziehen und mit Menschen in Kontakt kommen. Denn er sieht seine Tour als Völkerverständigung. Kurz vor Weihnachten hat sich der Mediendesigner auf die besondere Reise mit Ziel Teheran begeben. Die vergangenen zwei Nächte verbrachte er in Niedermeiser, weil ihm dort eine Familie ihre Gastfreundschaft angeboten hatte.

Auf einer öffentlichen Bank hatte es sich der 44-Jährige bequem gemacht, als Andreas Oehlbrecht am Dienstagnachmittag vorbeikam. „Sahin hatte gerade sein Essen ausgepackt, wollte im Nasskalten eine Pause machen“, erklärte der Dorfbewohner. Natürlich erweckte auch das gewaltige Turngerät seine Neugierde, sodass sie miteinander ins Gespräch kamen und Oehlbricht ihn schließlich zu sich nach Hause einlud. Dort blieb er zwei Nächte, da es ihm so gut bei der Familie gefiel.

„Da das schwere Rad weiterrollen muss, habe ich es natürlich tagsüber weiter Richtung Kassel geschoben“, verrät Sadatolhosseini. Tatsächlich sind Begegnungen wie die in Niedermeiser häufig während des Trips vorgekommen. „Nur fünfmal habe ich in 21 Tagen draußen schlafen müssen, die übrige Zeit hat mich jemand mit in sein Heim genommen.“ Das zeige doch deutlich, dass die Deutschen sehr gastfreundlich seien.

Zum Schlafen dient ansonsten seine Schnecke, wie Sadatolhosseini liebevoll sein gewaltiges Vehikel nennt. Eine Hängematte befestigt er dafür in dem Turngerät, das immerhin einen Durchmesser von mehr als zwei Metern hat und 45 Kilogramm ohne Gepäck wiegt. „Mit Gepäck sind es rund 70, die ich zu bewegen habe. Deshalb liebt meine alte Dame auch so sehr den Asphalt der Städte, da sie da gut voran kommt.“

Zehn Länder will der Aachener am Ende seiner Reise durchquert haben - er werde sozusagen auf der Balkanroute gegen den Strom pilgern. Von Deutschland aus soll es Richtung Tschechien, dann nach Österreich und Ungarn gehen. Wie es dann weitergehe, sei noch ungewiss, da es verschiedene Varianten gebe. Maximal 25 Kilometer kann der Pilgerer mit seinem Rhönrad am Tag zurücklegen.

„Zum einen ist einfach nicht mehr möglich, da es schon sehr beschwerlich ist. Zum anderen möchte ich nicht hetzen, sondern Menschen kennenlernen, meine Friedensmission leben“. Ob Sadatolhosseini seinen Weg tatsächlich bis zum Iran schafft, hängt auch vom Geld ab. „Ich habe nur Geld für genau einen Monat - wenn ich keine Spenden bekomme, werde ich abbrechen müssen.“ Wer ihn unterstützen möchte, kann Kontakt zu ihm über seine Internetseite „Rolleast“ aufnehmen. Nach seiner Reise will der Gestalter ein Buch und einen Film über seine Erlebnisse herausbringen.

Infos und Kontak: www.rolleast.de

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