Schnaps statt Hammer

Historisches Foto: In der Ostheimer Scheune wird heute Gin produziert

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Die Ostheimer Dorfschmiede In der Breite: Schmied Wilhelm Thöne steht am Amboss. Mit im Bild seine Frau und Kind, deren Namen nicht überliefert sind. Damals gehörte die Herstellung der Eisenreifen für die Holzräder zu den Hauptaufgaben.

Ostheim. Wo früher der Schmiedehammer erklang, entsteht heute Hochprozentiges: Tobias Radler und Kai Seidenhefter produzieren in der „alten Schmiede“ in Ostheim den Fieldfare Diemel Dry Gin.

Die Schmiede gehörte Verwandten der Familie, berichtet Erich Radler, Vater von Tobias und Ortsvorsteher in Ost-heim. Auf dem Bild ist Schmied Wilhelm Thöne mit seiner Frau und einem Kind zu sehen. Thöne war der Großvater einer Cousine von Erich Radler.

Wie in Dorfschmieden früher üblich, gehörte das Beschlagen der Pferde zum Handwerk. Das fand in einem Nebenraum statt. Dort wurden auch die Hufe der Tiere gepflegt, berichtet Radler.

Neben der Reparatur von Geräten fertigte der Ostheimer Schmied Eisenreifen für Holzräder, die vor allem für Wagen in der Landwirtschaft benötigt wurden. Die Reifen wurden stundenlang im Feuer erhitzt, auf das Holzrad geschlagen und mit Wasser abgelöscht. Dadurch zog sich das Eisen zusammen und saß fest auf dem Rad.

1980 gab Erich Thöne als letzter Dorfschmied das Handwerk auf. Er hatte unter anderem Zubehör für die Hofgeismarer Schlauchboot-Werft hergestellt, erzählt Radler.

Danach stand das Gebäude leer. Bis Tobias Radler und Kai Seidenhefter geeignete für die Gin-Produktion suchten. Die haben sie in der Dorfschmiede gefunden.

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