Landwirte legen Blühstreifen an

Brachflächen für die Bienen: Landwirte in de Region legen Blühstreifen an

+
Blühstreifen im Ruhrbachtal: Landwirt Burkhard Müller (Mitte) hat am Rand eines Weizenfeldes ein kleines Bienen-und Schmetterlingsparadies geschaffen. Mit ihm freuen sich seine Kollegen (von lin ks) Ralf Desel, Jörg Kramm, René Ritter und Armin Gerhardt.

Das Bienen wichtig für die Umwelt sind, ist längst bekannt. Deshalb legen die Landwirte im Kreis Kassel jetzt Blühstreifen an.

Auf dem Blühstreifen von Landwirt Burkhard Müller summt und brummt es: Buchweizen, Ringelblumen, Rot- und Weißklee und immer wieder Sonnenblumen locken Bienen, Schmetterlinge und eine Vielzahl von Insekten an.

Das Ruhrbachtal bei Niedermeiser gehört zu den abwechslungsreichen Landschaften der Region. Sanfte, baum- und strauchbestandene Hügel wechseln sich mit Grün- und Ackerland ab. Auf einer Länge von mehreren hundert Metern blüht es in diesen Tagen üppig. Zwischen Bachlauf und seinem inzwischen abgeernteten Weizenfeld hat Landwirt Müller einen Blühstreifen angelegt.

Müllers Blühstreifen ist eine von inzwischen zahlreichen stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen im Landkreis Kassel. Mit 973 Hektar sind es inzwischen fast zwei Prozent, die Landwirte freiwillig aus der Produktion genommen haben und für Insekten sowie Niederwild bereitstellen. „Fast alle Kollegen haben was gemacht“, sagt Ralf Desel, Geschäftsführer des Bauernverbandes Kurhessen.

Blühstreifen sind Voraussetzung für EU-Förderung

Wenn Landwirte Direktzahlungen aus dem EU-Agraretats erhalten wollen, müssen sie sich zum sogenannten „Greening“ verpflichten und damit ökologische Vorrangflächen (ÖVF) nachweisen. Auf solchen „Honigbrachen“ müssen bestimmte Saatgutmischungen gesät werden, um Nahrung für bestäubende Insekten zu schaffen.

Daneben gibt es das Hessische Programm für Agrarumwelt und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM). Diese Maßnahmen erstrecken sich auf die Dauer von fünf Jahren. Dafür erhalten die Landwirte bis zu 750 Euro pro Hektar und Jahr. Pflanzenschutzmittel sind weder auf ökologischen Vorrangflächen noch auf HALM-Flächen erlaubt.

Desel: "Sind noch in der Testphase"

Saatgut können die Landwirte vom Bauernverband, vom Landhandel oder beispielsweise auch von Südzucker beziehen. Welche Mischung, auf welcher Fläche und zu welchem Aussaattermin am besten gedeiht, das müsse jeder herausfinden. „Da sind wir noch in der Testphase“, sagt Ralf Desel, „da muss man sich rantasten.“

Bei Burkhard Müller im Ruhrbachtal stimmt die Mischung offenbar schon. Hier summt und brummt es wunderbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.