Liebenau erweitert Kitas: Einrichtung der Kirche wird übernommen 

Harald Munser

Liebenau. Die Stadt Liebenau wird zusätzlich auch den kirchlichen Kindergarten in der Stadt übernehmen und beide Standorte erweitern.

Die Betreuung durch Kindergärten erlebt in Liebenau, wie in allen Städten, einen immer größeren Zulauf.

Bis jetzt befindet sich nur der Niedermeiserer Kindergarten „Krümelkiste“ in kommunaler Hand, ab Januar 2018 will die Stadt zusätzlich die Kindertagesstätte „Diemelstrolche“ übernehmen, die bis jetzt von der evangelischen Kirche betrieben wird. Das beschlossen die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung einstimmig. „Das Gebäude gehört der Stadt“, sagt Bürgermeister Harald Munser. Zu Beginn wurden 75 Prozent der ungedeckten Kosten von der Stadt übernommen.

In den vergangenen Jahren stiegen die Kosten aufgrund zusätzlicher Belastungen, zum Beispiel durch die Frühöffnungszeiten, auf 80 Prozent. Diese wolle die Kirche nicht übernehmen. Der Betriebsvertrag laufe zum 31. Dezember 2017 aus. Die Kirche wollte einer Erneuerung nur zustimmen, wenn die Stadt die gesamten ungedeckten Kosten zu 100 Prozent zahle. „Zu den Bedingungen können wir den Kindergarten auch ganz übernehmen“, so Munser. Zudem hätte die Stadt sonst ab 2018 einen Kindergarten weniger gehabt.

Bessere Zusammenarbeit

Die Vorteile für die Organisation lägen auf der Hand: Die nun zwei Kindergärten in städtischer Hand könnten durch die Übernahme besser zusammenarbeiten, zum Beispiel bei den Urlaubsvertretungen. „Die Übernahme durch die Stadt ist auch ein Signal an die Eltern und Kinder“, sagt Eike Hancken (FWG). Sie sollen auch in Zukunft eine Heimat in Liebenau finden.

Um die Kindergärten ging es auch im nächsten Punkt: Es zeichnet sich ab, dass durch die Betreuung von unter Dreijährigen nicht alle Kinder einen Platz in den Einrichtungen erhalten können. So muss in Niedermeiser wie auch in Liebenau selbst eine zusätzliche Gruppe eingerichtet werden, dazu ist jeweils ein neuer Gruppenraum notwendig „Wir brauchen mehr als 25 Plätze“, sagt Munser. Eine Unterbringung in anderen Städten sei auch keine Lösung: „Die Übereinkunft, dass Fremdkommunen keine Forderungen stellen, bröckelt langsam.“ Die Stadt würde Rechnungen zu Vollkosten erhalten.

Manuel Müller (CDU) stimmte der Notwendigkeit wie der Rest der Stadtverordnetenversammlung zu, kritisierte aber den späten Beschluss: „Der Rechtsanspruch auf die U3-Betreuung ist schon lange bekannt, wir hätten im Laufe des vergangenen Jahres bessere Lösungen schaffen können.“ Sie wollten der Entscheidung aber nicht im Weg stehen. Christian Fülling (SPD) hat auch die Belastung für die Kommune im Auge: „Es wäre schön, wenn sich der Gesetzgeber beteiligen würde, wenn nicht nur Regelbetreuung notwendig ist.“

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