„Mit enormen Kosten“

Liebenauer Feuerwehr-Bedarfsplan vorgestellt: Hohe Kosten in Aussicht

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Feuerwehrhaus in Ersen: Der Bau von 1970 beherbergt das älteste Liebenauer Löschfahrzeug, einen Magirus-Deutz mit 3500-Liter-Wassertank aus dem Jahr 1962.

Liebenau. Neue Fahrzeuge, Umbauten an den Feuerwehrhäusern: Auf die Stadt Liebenau kommt in den nächsten Jahren einiges an Kosten für ihre Feuerwehren zu.

Bürgermeister Harald Munser stellte den Stadtverordneten am Montagabend die Bedarfs- und Entwicklungsplanung vor. Gemeinsam mit Stadt- und Kreisbrandinspektor, Wehrleuten und Magistrat wurde der Plan aufgestellt, der für die nächsten zehn Jahre eine Orientierung für die Stadt sein soll. Bis 2028 sollten die Projekte umgesetzt sein. „Das ist mit enormen Kosten verbunden“, sagte Munser. Gesundheitsgefährdende Mängel sollten so schnell wie möglich behoben werden, kündigte der Bürgermeister an.

Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek bezeichnete den Plan als „notwendig, zweckmäßig und förderfähig“. Man habe darauf geachtet, dass es für die Erneuerungen Fördergeld vom Land gibt.

Prüfdienst bemängelt Gerätehäuser

Handlungsbedarf besteht bei den Feuerwehrhäusern in Liebenau. Der Technische Prüfdienst und die Unfallkasse hatten bei Begehungen Mängel festgestellt. 

Die Stadt will die Mängel kurz- bis mittelfristig im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten beseitigen. Im Parlament sagte Bürgermeister Munser zu, gesundheitsgefährdende Mängel so schnell wie möglich zu beheben. Dazu gehört zum Beispiel der Einbau von Absauganlagen, die die Fahrzeugabgase nach außen leiten. Eine solche Anlage gibt es nur im Gerätehaus in Lamerden. 

In den meisten Feuerwehrhäusern fehlen auch geschlechtergetrennte Umkleidemöglichkeiten. Sie sollen möglichst bei künftigen planmäßigen Umbauten geschaffen werden. Weibliche Brandschützer gibt es in allen acht Ortsteil-Wehren in Liebenau.

Das älteste Fahrzeug steht in Ersen

Der Oldie unter den Liebenauer Feuerwehrautos steht in Ersen. Der Prüfdienst bescheinigt dem Magirus-Deutz (Baujahr 1962/mit 3500-Liter-Wassertank) sowohl einen schlechten optischen als auch schlechten technischen Zustand. Da die Erser Feuerwehr künftig zusätzliche Nachschub-Aufgaben für alle Liebenauer Wehren übernehmen soll, soll das Großtanklöschfahrzeug durch einen Gerätewagen mit Nachschub-Ausrüstung ersetzt werden. 

Für 2019 wird die Ersatzbeschaffung Tragkraftspritzenfahrzeug der Lamerder Wehr vorgeschagen. Der Wagen dient der Grundversorgung beim Brandschutz in Lamerden und wurde 1991 in Dienst gestellt. Auch das Löschfahrzeug in Niedermeiser sollte ersetzt werden. Der Wagen ist mit hydraulischem Rettungsgerät und Rettungsspreizer ausgestattet.

Persönliche Ausrüstung kostet 900 Euro

Auch die Schutz- und Dienstkleidung für die Feuerwehrleute schafft die Stadt an. Eine komplette Grundausstattung kostet gut 900 Euro. Für eine Überjacke, die bei Einsätzen getragen wird, rechnet die Stadt mit 190 Euro und einer Tragzeit von acht Jahren. Der Helm für Atemschutzgeräteträger schlägt mit 170 Euro zu Buche (Tragzeit 15 Jahre). Die Schutzhandschuhe sind mit 34 Euro veranschlagt. 

Für eine Dienstjacke, die bei Veranstaltungen getragen wird, kalkuliert die Stadt mit 70 Euro, für eine Hose mit 52 Euro. Eine Feuerwehrkrawatte ist günstig: Sie kostet vier Euro und wird laut städtischer Planung sogar 20 Jahre getragen. Das gilt auch für die Schirmmütze, die ebenfalls bei 20 Jahren Tragzeit mit 23 Euro veranschlagt ist. Bezahlt werden von der Stadt auch medizinische Untersuchungen.

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