Liebenaus Altbürgermeister Peter Lange hat wieder Zeit

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Endlich Zeit zum Lesen: In seinem Garten an der Diemel in Liebenau hat sich Peter Lange gemütlich eingerichtet. Er geht auch gerne mit seinen beiden Jagdhunden spazieren. Das Wichtigste ist für ihn, morgens nicht mehr den täglichen Terminstress zu haben.

Liebenau. Seit über dreieinhalb Monaten ist Peter Lange nicht mehr Bürgermeister der Stadt Liebenau und es bekommt ihm gut.

„Jetzt stehe ich morgens nicht mehr unter Zeitdruck und muss zum nächsten Termin, sondern ich kann frei wählen was ich mache und auch mal eine halbe Stunde länger Zeitung lesen“, schildert Lange seinen ersten Eindruck, während er einen Schluck Kaffee nimmt.

Vom Balkon seines Hauses, das er 1976 günstig von einem pleitegegangenen Bauunternehmer kaufen konnte, schweift der Blick in den Garten, zur Diemel und zum Warmberg, hinter dem morgens die Sonne aufgeht: „Hier sehen wir manchmal Störche und Milane, hier ist die Natur noch in Ordnung.“

18 Jahre lang war er Bürgermeister in Liebenau und die gesamte Verantwortung lag auf seinem Rücken. „Deshalb habe ich schon vor sechs Jahren gesagt, dass ich nach der dritten Amtszeit aufhöre“, sagt der 63-Jährige. In diesem Alter habe er noch genug Kraft, etwas mit der Familie zu unternehmen und sich mit den Enkeln zu beschäftigen.

Er habe seinen Job wirklich gerne gemacht, obwohl er stressig war. Doch eine vierte Amtszeit wäre jetzt Quälerei, gesteht er ein, weil man sich jeden Morgen neu motivieren müsse. Und wäre das Liebenauer Stadtparlament ein zerstrittenes wie in manchen anderen Kommunen, dann hätte er auch keine dritte Amtszeit gemacht, gibt er zu. Doch da blieb der FWG-Bürgermeister Peter Lange in der Tradition seiner Vorgänger - Konflikte wurden im Parlament praktisch nie ausgetragen, alles war im Vorfeld ausdiskutiert und geregelt. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Anstöße und Ideen dadurch aus dem Rathaus kamen.

„Die Anträge der Fraktionen kann man an einer Hand abzählen, die meisten Beschlussvorlagen kamen von mir“, zieht Lange selbstbewusst Bilanz. Er war 10,5 Jahre lang Zeitsoldat bei der Bundeswehr, schloss dann eine Berufsausbildung an und war dann Ende der 1970er Jahre unter Eberhard Hancken der erste Auszubildende zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Liebenau. Als Bürgermeister kannte er den Verwaltungsbetrieb von allen Seiten und es konnte ihm keiner was vormachen. Er verfolgt seine Ideen hartnäckig, wie etwa die vom Rathausneubau am Stadtrand, kann seinen Meinung aber ändern, wenn er vom Gegenteil überzeugt wird.

Entscheidungen um die Zukunft Liebenaus muss er jetzt nicht mehr fällen, wird aber von seiner FWG nach wie vor zu Diskussionen eingeladen und um seine Meinung gefragt. Zudem kann er seine Zeit jetzt frei einteilen, etwa um mit seinen Jagdhunden, Beagles, im Diemeltal herumzuspazieren. Er will wieder angeln, Musik hören, im Gesangverein singen und mehr reisen, an die See und ins Mittelmeerklima. Seine Frau störte bisher am meisten, dass er alle fünf Minuten auf die Uhr schaute. Jetzt haben beide mehr Zeit gemeinsam.

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