Mega-Stromtrasse: BI kämpft gegen SuedLink

Liebenau/Warburg/Breuna. Eine Petition zum sofortigen Stopp des Planungsverfahrens für die SuedLink-Stromtrasse fordert eine in Warburg gestartete Petition. Es gibt schon 3000 Unterzeichner.

Die Bürgerinitiative Warburger Land nennt als Gründe für die Ablehnung der Trasse unvorhersehbare gesundheitliche Risiken, die Verschandelung der Landschaft, weitere Eingriffe in biologische Systeme, Lärmbelästigungen, Nachteile für den Tourismus, Wettbewerbsnachteile durch Abwanderung von Arbeitskräften sowie die Entwertung von Grundbesitz. Sie fordert stattdessen eine Erdverkabelung.

Die Bürgerinitiative WarburgerLand sage ausdrücklich ja zur Energiewende, man stelle jedoch die Sinnhaftigkeit der SuedLink-Gleichstromtrasse und ähnlicher Projekte in Frage, erklärte dazu BI-Sprecher Ruben B. Emme. Durch den Bau der Trasse befürchten sie:

• unvorhersehbare gesundheitliche Risiken,

• weitere Einschnitte in die Landschaft und in biologische Systeme,

• Verschandelung des Desenberges als einzigartiges Wahrzeichen der Region,

• Lärmbelästigungen,

• Wettbewerbsnachteile durch Abwanderung von Arbeitskräften,

• Nachteile für den Tourismuss sowie

• Entwertung von Grundbesitz.

Stattdessen befürwortet die BI die Förderung innovativer regionaler Energieprojekte, weil nur das eine ehrliche Energiewende sei „Wir fordern eine Planung der Energiewende im menschen- und umweltverträglichen Maße. Die Berücksichtigung gesundheitlicher Risiken - also der direkte Schutz der Menschen - müsse dabei im Vordergrund stehen.

Um das zu erreichen will die BI die Bevölkerung über die geplante Suedlink-Trasser informieren, aktiven Protest gegen eine Trassenführung durch ihre Region organisieren, politische Unterstützung auf allen Ebenen einfordern, Transparenz im Planungsverfahren erkämpfen, sich mit benachbarten Bürgerinitiativen und Kommunen austauschen und abstimmen sowie bundesweite Aktionen gegen die Stromtrasse organisieren und unterstützen.

Gemeinsam mit anderen Bürgerinitiativen und betroffenen Kommunen will die BI eine Erdverkabelung der gesamten Gleichstromtrasse von Wilster bis nach Grafenrheinfeld fordern. Diese Lösung erfülle Gesundheitsschutz und Landschaftsschutz gleichermaßen.

In einer Stadtverordnetensitzung in Wolfhagen berichteten diese Woche Vertreter der Bundesnetzagentur. Sie sagten, dass eine Erdverkabelung - wenn überhaupt - nur in Bereichen infrage käme, in denen nicht der geforderte Abstand von 200 Metern zu besiedelten Gebiet eingehalten werden könne. Generell sei die Erdverkabelung aus mehreren Gründen wesentlich teurer und nicht von der Bundesregierung gewollt. Bei Kabeln entstehe ein Energieverlust, der Transport der Kabel sei aufwändiger und teurer, es gebe Probleme mit Haltbarkeit, Versorgungssicherheit, Fehlersuche und Reparaturen.

Von Thomas Thiele

Rubriklistenbild: © AP

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