Corona bleibt auf dem Stundenplan

Nach Ausbruch in Liebenau: Schulen berichten von Umgang mit Pandemie

Sechs Coronafälle an der Diemeltalschule: Am vergangenen Freitag und Montag haben Schnelltests die Virus-Infektionen nachgewiesen. Durch spätere PCR-Tests wurde das bestätigt.
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Sechs Coronafälle an der Diemeltalschule: Am vergangenen Freitag und Montag haben Schnelltests die Virus-Infektionen nachgewiesen. Durch spätere PCR-Tests wurde das bestätigt.

Obwohl in den Schulen die Weihnachtsferien vor der Tür stehen, ist niemand so richtig unbeschwert. Die Corona-Lage bleibt angespannt.

Kreisteil Hofgeismar – Allein vom 8. bis 14. Dezember haben sich im Landkreis 481 Menschen infiziert.

So gab es einen Corona-Ausbruch an der Liebenauer Grundschule. Die Diemeltalschule meldete sechs Schüler, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Konrektotin Rita Nothnagel schilderte gegenüber der HNA die Lage: Sechs Kinder sind in häuslicher Quarantäne. Ein PCR-Test hatte die Virus-Infektion bestätigt.

Nothnagel sagte, dass die infizierten Schüler aus zwei verschiedenen Klassen und Jahrgängen stammen. Die Infektion war bei Schnelltests aufgefallen, die die Schüler zur Kontrolle dreimal in der Woche machen (HNA berichtete).

45 Kinder von Präsenzunterricht abgemeldet

Kurz vor Weihnachten solle kein Online-Unterricht mehr stattfinden, sagt sie. Viele Eltern ließen ihre Kinder aber auf eigenen Wunsch dennoch von zuhause aus lernen. Nothnagel freut sich über die Bereitschaft der Eltern. Denn so seien statt der 14 Kinder in einer Klasse noch knapp die Hälfte vor Ort zu betreuen.

Von insgesamt 106 Schülern seien 45 für den Präsenzunterricht in der Schule abgemeldet. Sie bekommen Aufgaben nach Hause.

Keine Quarantäne für Schüler bei positiven Fall

Bei einem Corona-Ausbruch an einer Schule ist auch weiterhin das Gesundheitsamt erster Ansprechpartner. Es hilft bei der Kontaktverfolgung. Alle Schüler, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten, müssen sich nicht mehr in Quarantäne begeben, sondern 14 Tage lang täglich getestet werden.
Welche Art von Unterricht die Schule nach einem Ausbruch dann anbietet, entscheide die jeweilige Schulleitung selbst, erklärt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. 

Wie die Stellvertreterin erklärt, seien vor den aktuellen Coronafällen vermutlich keine Infektionen an der Schule aufgetreten. „Wir sind mit unserem aktuellen Konzept sehr gut gefahren“, sagt sie weiter. Die Konrektorin hält das Konzept also für das richtige, auch wenn es jetzt Infektionen gegeben habe.

Sie mutmaßt, dass es nicht innerhalb der Schule zu den Ansteckungen gekommen sei – vielleicht aber in den Bussen. Lüftungsgeräte und CO2-Messgeräte in allen Räumen, verschiedene Eingänge, Maskenpflicht, wöchentlich mehrmaliges Testen und unterschiedliche Pausenprogramme verminderten die Ansteckungsmöglichkeiten auf dem Schulgelände.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr fühlt sich Rita Nothnagel damit besser abgesichert: „Es ist ein kompliziertes System, aber damit kann man sich sicherer fühlen“, sagt sie.

Drei Coronafälle in Hofgeismar

In der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar gibt es zurzeit drei Coronafälle. Hagen Riedemann, Schulleiter des Oberstufengymnasiums, ist angesichts der kritischen Lage aber dennoch optimistisch: „Wir sind gut aufgestellt und können der Pandemie trotzen“, sagt er. „Wir haben gelernt, mit dem Virus umzugehen.“ Sorgen seien schon noch da, aber die kenne man seit Beginn der Pandemie.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr stehe man an einem anderen Punkt: „Nahezu das ganze Kollegium ist doppelt geimpft, zum Teil auch schon geboostert. Und mehr als 80 Prozent der Schüler haben auch schon die zweite Spritze bekommen“, erklärt Riedemann.

Bei ihnen seien deshalb Klausuren und Vorbereitungen aufs Abitur die Aufgaben, die jetzt eher im Fokus des Schulalltags stünden als die Pandemie, erklärt der Direktor.

Keine Infektionen in Bad Karlshafen

Driton Mazrekaj, Schulleiter der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen, erklärt, dass es zurzeit gar keinen Coronafall and der Schule gibt. Es seien immer mehr Schüler geimpft – teilweise die Hälfte der Klasse. „Es herrscht ein großer Sicherheitsstandard, dadurch, dass sich geimpfte Schüler und Kollegen trotzdem freiwillig weiter dreimal die Woche testen“, sagt der Schulleiter zufrieden.

Es habe sich eine Routine eingespielt und so laufe das Testen wie von alleine.

Dennoch würden die gemeinsamen Pausen und der Austausch untereinander fehlen. „Schule ist eben nicht nur Unterricht, sondern auch Begegnung“, betont der Schulleiter. Man merke vor allem auch in den Abschlussklassen, dass der Videounterricht die Präsenzveranstaltungen „einfach nicht ersetzen konnte“. (Kira Müller)

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