Nachbarstädte schielen auf EAM-Niederlassung

Herbert Rössel

Immenhausen/Liebenau. Wenige Tage nach dem ersten Nein Hofgeismars zur EAM-Beteiligung machte es noch als Witz die Runde: Wenn Hofgeismar nichts von der EAM wissen wolle, könne die Niederlassung des Regionalversorgers mit 31 Arbeitsplätzen ja in eine der Nachbargemeinden umziehen, hieß es in einigen Kommunen.

Zu diesem Zeitpunkt glaubte allerdings noch kein Bürgermeister, dass es bei der Ablehnung bleiben würde. Und Bürgermeister Heinrich Sattler argumentierte mit Blick auf die Arbeitsplätze in seiner Stadt, man müsse sich gegenüber der EAM als „verlässlicher Partner“ erweisen - und sich am Regionalversorger beteiligen.

Trotzdem ist nun sicher: Die Stadt wird sich definitiv nicht bei der EAM einkaufen - und in den Nachbarkommunen schielt man auf die Hofgeismarer Arbeitsplätze - auch wenn man an eine Verlagerung wohl nicht wirklich glaubt.

„Wenn Hofgeismar nichts mit der EAM zu tun haben will, werden wir uns anbieten“, sagt Liebenaus Bürgermeister Peter Lange mit einem Augenzwinkern. Man werde Gespräche führen und habe mit dem Gelände der früheren Agrar- und Mineralölhandel GmbH (AMH) auch einen passenden Standort.

„Wenn die EAM Interesse hat, werden wir ein attraktives Angebot machen“, sagt Immenhausens Bürgermeister Herbert Rössel. Er betont, dass seine Stadt eine „optimale Lage und günstige Preise“ habe. Da der Regionalversorger sicher nicht von sich aus auf Immenhausen zukommen werde, sei es notwendig, dass die Stadt auf die EAM zugehe.

Weniger offensiv gibt man sich in Grebenstein: „Wir nehmen jeden und würden uns freuen, wenn die EAM käme“, sagt Bürgermeister Danny Sutor.

Die Stadt könne noch ein altes Umspannwerk als möglichen Standort anbieten, das würde aber sicher nicht reichen. Man würde aber Räumlichkeiten für die EAM finden.

Beim Landkreis Kassel will man die Entscheidung in Hofgeismar nicht bewerten. Man mische sich in kommunale Entscheidungen nicht ein, sagt Pressesprecher Harald Kühlborn. Wenn die Stadtverordneten ihre Entscheidung als die beste ansehen, sei das in Ordnung. (gör)

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