Einer der größten Trupps in Hessen

Vogel-Invasion: 200 Jungstörche rasteten in Niedermeiser

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Rast auf der Ringsmühle: ein kleiner Teil der Störche, die am Wochenende in Niedermeiser zu sehen waren.

Niedermeiser. Ungewöhnlich viele Störche haben am Wochenende Rast im Liebenauer Stadtteil Niedermeiser gemacht. Der ehemalige Jagdpächter Volker Rabe fand zwei Trupps mit zusammen 200 Tieren.

Etwa 60 beobachtete er auf den Feldern am Bratberg in Richtung Zwergen, rund 140 standen in der Bodewanne in Richtung Niederlistingen. Auch im Ort waren etwa 40 Vögel auf den Dächern zu sehen.

Am Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr zogen die Störche weiter. Manche, die eigens nach Niedermeiser gefahren waren, um die Tiere zu beobachten, sahen keine mehr.

Für Vogelkundler sind Storchentrupps um diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Bemerkenswert ist aber die große Zahl. Das vogelkundliche Beobachtungsportal orni-tho.de  meldet nur aus dem Wet-teraukreis einen Trupp mit 213 Tieren, der Anfang August beobachtet wurde – 2018 der größte in Hessen.

Rast auf der Ringsmühle: ein kleiner Teil der Störche, die am Wochenende in Niedermeiser zu sehen waren.

Alljährlich sammeln sich Störche aus dem jeweiligen Brutjahr zu Trupps. Bevor sie in Richtung Winterquartier fliegen, ziehen sie im weiteren Umfeld ihrer Brutplätze umher. Die Vögel bei Niedermeiser müssen auch aus den benachbarten Bundesländern stammen. Denn an den Brutplätzen in Nordhessen wurden deutlich weniger Jungvögel flügge. Im Kreis Paderborn brüteten im vergangenen Jahr mehr als 40 Paare. Aufgrund der Trockenheit fällt es auchden Weißstörchen immer schwerer, Nahrung zu finden.

Der Hofgeismarer Nabu-Vorsitzende Hans-Jürgen Schwabe berichtete von etwa 20 Jungstörchen am Freitag auf einem Feld bei Grebenstein. Einer davon flog dort gegen eine Hauswand und verletzte sich dabei tödlich.

In Niedermeiser ist Storchenbesuch nicht ungewöhnlich, sagte Ortsvorsteher Hermann Thöne. Trupps von bis zu 50 Vögel rasteten gelegentlich in dem Feuchtgebiet Auf dem Bruch. Aber so viele wie am Wochenende wurden im Ort auch nach Thönes Wissen noch nicht gesehen.

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