1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Liebenau

Niedermeiser setzen Zeichen gegen geplante Spielhalle

Erstellt:

Von: Hanna Maiterth

Kommentare

Sammelten Unterschriften: Bernd Jäger (von links), Elisabeth Gerhardt und Nicole Hartmann-Leck aus Niedermeiser sind nicht einverstanden mit dem Bau einer Spielhalle. Sie werden von zahlreichen Nachbarn unterstützt, die auf den Listen in Bürgermeister Harald Munsers Händen unterschrieben haben.
Sammelten Unterschriften: Bernd Jäger (von links), Elisabeth Gerhardt und Nicole Hartmann-Leck aus Niedermeiser sind nicht einverstanden mit dem Bau einer Spielhalle. Sie werden von zahlreichen Nachbarn unterstützt, die auf den Listen in Bürgermeister Harald Munsers Händen unterschrieben haben. © Hanna Maiterth

Viele der Bürger von Niedermeiser wollen keine Spielhalle in ihrem Ort. Daher regt sich nun Widerstand – mithilfe einer Unterschriften-Aktion.

Niederrmeiser – In Niedermeiser soll sich keine Spielhalle ansiedeln. Diese Meinung vertreten nicht nur die Anwohner Bernd Jäger, Nicole Hartmann-Leck und Elisabeth Gerhardt. Schon in einer Bürgerversammlung im Juli zeigte sich das. Nachdem die Stadtverordneten in ihrer Sitzung Ende September dann sowohl einem Gewerbegebiet als auch dem Bau einer Spielhalle am Ortsrand von Niedermeiser zustimmten, regte sich Widerstand.

Nun überreichten Jäger, Hartmann-Leck und Gerhardt dem Liebenauer Bürgermeister Harald Munser eine symbolische Unterschriftenliste. „277 Personen aus Niedermeiser haben unterschrieben“, sagt Jäger. Etwa 80 Prozent davon seien gegen den Bau einer Spielhalle, könnten sich in Teilen aber wenigstens ein Mischgebiet für Wohnhäuser und Gewerbe vorstellen. Fünf Prozent der Befragten seien für das Gewerbegebiet mit Spielhalle und die restlichen 15 Prozent hätten darüber keine Aussage treffen wollen, fasst Jäger das Ergebnis zusammen. Mit der Liste solle ein Zeichen gegenüber den politischen Verantwortlichen gesetzt werden, sagt Hartmann-Leck.

Denn den Initiatoren sei auch klar, dass es „keine rechtsrelevante Aktion“ war, wie Gerhardt bestätigt. „Wir wollen aber zeigen, dass es uns nicht egal ist.“ Denn sie fürchten die Risiken, die mit einer Spielhalle einhergehen könnten. Wie etwa Spielsucht, die Gefährdung von Existenzen aber auch einen Missbrauch der Einrichtung als Drogenumschlagsplatz und für illegale Geldwäsche.

Niedermeiser setzen sich gegen Spielhalle ein: „Viele hatten Wut im Bauch“

Die Gruppe ärgere sich zudem darüber, dass zuerst die Meinung der Bürger eingeholt wurde und dann nicht berücksichtigt werde. Es gäbe ihnen das Gefühl, dass die politischen Vertreter „eh machen, was sie wollen“, findet Hartmann-Leck. Nach der Sitzung der Stadtverordneten im September habe es etwas gedauert, bis sie sich austauschten. „Viele hatten Wut im Bauch. Das musste aber erstmal wachsen“, erinnert sich Jäger. Deshalb hätten sie auch die gesetzlich vorgeschriebene Frist für die erste Möglichkeit eines Bürgerbegehrens verpasst. Weil sich ihr Anliegen nämlich gegen den Beschluss des Parlaments richtet, hätten sie innerhalb von vier Wochen eine entsprechende Unterschriftenliste vorlegen müssen. „Wir waren bisher unpolitische Bürger, die sich jetzt politisieren“, sagt Gerhardt.

„Es ist ein starkes Zeichen“, sagt Munser bei der Übergabe der Unterschriftenliste. Er werde das Anliegen der Bürger in die politischen Gremien nehmen, die letztlich die Entscheidungsträger seien. Vertreter der Fraktionen hatten in der Bürgerversammlung und bei der Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung aufgeführt, dass die Einnahmen aus Gewerbe- und Spielsteuer dem Liebenauer Haushalt zu Gute kämen.

Unterschriften gegen Bau von Spielhalle in Niedermeiser gesammelt – Noch gibt es keine Verträge mit Bauinteressenten

Bürger befragt

Bei der Stadt Liebenau fragte in diesem Jahr ein Spielhallenbetreiber an. Der bekundete sein Interesse an Bauland an der Landstraße in Richtung Niederlistingen. Es folgte ein Austausch im Ortsbeirat Niedermeister sowie der Wunsch einer Bürgerversammlung. In dieser Versammlung Ende Juli konnten die Besucher nicht nur über die Anfrage diskutieren, es wurde auch ein Meinungsbild abgefragt. An der anonymen Umfrage nahmen 96 Bürger teil. 71 sprachen sich gegen und 25 für die Ansiedlung einer Spielhalle aus. In der Stadtverordnetenversammlung im September sprachen sich die Fraktionen dann mehrheitlich für die Schaffung eines Gewerbegebiets in Niedermeiser aus sowie die Ansiedlung einer Spielhalle. Lediglich Stefanie Kersting (Die Linke) war gegen den Bau einer Spielhalle.

„Die Frage ist natürlich“, sagt Munser, „ob man sich trotz knapper Kassen über den Bürgerwillen erhebt.“ Er bestätigte auf Nachfrage, dass es noch keine Verträge mit dem Bauinteressenten gäbe. „Wir bewegen uns in langsamen Schritten.“ Die Gruppe aus Niedermeiser wolle nun dranbleiben, Möglichkeiten ausloten und eine juristische Beratung in Anspruch nehmen. (Hanna Maiterth)

Auch interessant

Kommentare