Mit Kamelfleisch und Schaftköpfen durch Hitze und Sand

Rallye für Waisenhausprojekt: Ein Ostheimer startet Richtung Senegal

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Haben 7000 Kilometer vor sich: Bei der Rallye geht es zwar wieder durch die gleichen Länder, allerdings ist die Route eine völlig andere. Auf häufige Strandetappen freuen sich Steffen Rüdiger und Sabine Forkert. 

Ostheim. Mit einem Renault 4 ging's los, dann folgte ein alter Benz und nun will sich Steffen Rüdiger mit seinem geliebten Fiat ins Rallye-Abenteuer stürzen.

Auch dieses Mal wird es gen Afrika gehen, genau wie bei seiner letzen Tour in den schwarzafrikanischen Senegal. Mit an Bord ist seine Freundin, eben jemand, mit dem man es längere Zeit auf engstem Raum gut aushalten kann.

Seit seiner ersten Tour 2013 quer durch Marokko ist der 26-Jährige so etwas wie infiziert: „Diese Art Rallye macht süchtig – man hat täglich neue Erlebnisse und Eindrücke – da wir auch durch kleine Orte fahren, erleben wir Afrika hautnah.“ Das bedeutet nicht nur Temperaturen von über 50 Grad und überall kitzelnden Sand zu ertragen, sondern auch mal auf dem Markt einen Schafskopf oder Kamelfleisch zu essen.

Auch bei der diesjährigen „Dust And Diesel – Autorallye“ wird es von Deutschland über Frankreich, Spanien und Marokko in den Wüstenstaat Mauretanien gehen, wo alle teilnehmenden Fahrzeuge für ein Waisenhausprojekt versteigert werden. Allerdings ist das nicht das Ende der Rallye – denn bis in den Senegal behält jeder sein Fahrzeug. „Mehr als 30 alte Mercedes Benz sind wieder dabei – ich bin der einzige mit einem Fiat.“ Durch den guten Kontakt zum Veranstalter darf er mit seinem 15 Jahre alten Schätzchen teilnehmen. „Ein Mercedes hat in Afrika einen sehr hohen Stellenwert – sie werden gehegt und gepflegt, haben nicht selten drei Millionen Kilometer auf dem Tacho“, erklärt der angehende Maschinenbauer.

Am zweiten Weihnachtstag werden Rüdiger und seine Freundin Sabine Forkert losfahren. Mit dabei sind auch sein Bruder und ein guter Freund aus Ehlen, die mit einem Benz ins Rallye-Vergnügen starten. „Das ist eine gute Sache mit zwei Autos unterwegs zu sein – zwischendurch wechseln wir dann mal, jeder fährt auch mal beim anderen mit, so gibt’s dann wieder neuen Gesprächsstoff.“ 7000 Kilometer wollen die Teilnehmer in knapp vier Wochen zurücklegen, „deshalb sollte man Autofahren schon sehr mögen.“ Der gebürtige Ostheimer mag nicht nur das, er schraubt auch gerne an alten Fahrzeugen. Für die Veranstaltung habe er seinen Fiat erstmal höher gelegt, was für die Wüste wichtig sei. Da es dieses Mal auch oft am Meer entlanggeht, er zudem noch nie den afrikanischen Winter erlebt hat, ist er gespannt, was sie erwarten wird. „Bei einer Tour im Februar hatten wir Minusgrade nachts, bei anderen im Mai war alles unterwartet grün in Marokko – mal sehen, wie es jetzt aussieht.“

Obwohl sich der Student für diesmal kein Auto kaufen musste, entstehen nicht geringe Kosten: Teilnahmegebühr, Verpflegung und Benzin werden rund 3000 Euro verschlingen – eine Summe, die es laut Rüdiger allemal wert ist. 

Hintergrund:

Die Dust and Diesel Rallye wurde 2006 ins Leben gerufen, um ein Waisenhausprojekt in Mauretanien zu unterstützen. Alle Fahrer spenden ihre Fahrzeuge am Ende der Veranstaltung. Der Erlös kommt Kindern und deren Familien zugute. Mauretanien ist ein sehr armes Land, wo Analphabetismus und Sklaverei noch allgegenwärtig sind. Wer das Projekt unterstützen möchte, findet hier die entsprechenden Daten:

Spendenkonto:

AEPN Mauretanienhilfe e.V.

IBAN DE 22 7905 0000 0044 9300 48

SWIFT-/BIC Code BYLADEM1SWU

Bank. Sparkasse Mainfranken, Würzburg

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