Über 2000 Menschen betroffen

Schon wieder Keime in Liebenaus Trinkwasser

Liebenau. In sechs von acht Liebenauer Ortsteilen muss das Wasser abgekocht werden, bevor es verwendet werden kann. Schuld ist ein Koli-Keim, der bei der Prüfstelle in Haueda gefunden wurde.

Es ist bereits das zweite Mal binnen weniger Monate, dass die Liebenauer von diesem Abkochgebot betroffen sind.

Bei der Ursache tappt die Stadt im Dunkeln. „Es gibt viele Mutmaßungen“, sagt Bürgermeister Harald Munser. Erst kürzlich lud die Stadt zu einem hochkarätig besetzten Workshop, unter anderem mit Vertretern von Analyselabors, Ingenieurbüros, Gesundheitsamt und Wassermeistern. Licht ins Dunkel bringen konnten sie nicht. Dennoch wird sich die Stadt Gedanken machen müssen, wie sie eine störungsfreie Trinkwasserversorgung sicherstellt.

Die Kernstadt Liebenau sowie die Orte Niedermeiser, Haueda, Ersen, Zwergen und Grimelsheim hängen an einer gemeinsamen Ringleitung, die aus den Brunnen von Zwergen und Liebenau gespeist werden. An zwölf Stellen wird das Wasser geprüft, in Haueda wurde ein Koli-Keim entdeckt. Da es sich um eine Ringleitung handelt, musste das Abkochgebot für alle sechs Orte erlassen werden, so Munser. Betroffen sind über 2000 Einwohner. Derzeit wird das Wasser gechlort, nächste Woche hofft man, das Abkochgebot wieder aufheben zu können.

Über die Ursachen könne man nur spekulieren, sagt Munser. Möglicherweise ist an einer Stelle der Leitung ein Riss, über den die Bakterien ins Wasser kommen. Hinweise, dass Landwirte zu stark Klärschlamm auf die Felder aufbringen, gebe es nicht: „Das ist wie überall auf dem Lande.“

Auch über mögliche Lösungen denkt man nach. Mit UV-Licht direkt an der Quelle könne man beispielsweise die Keime töten. Es wirke aber nur, wenn die Keime nicht erst später ins Leitungsnetz geraten, macht Munser den noch vorhandenen Untersuchungsbedarf deutlich.

Rubriklistenbild: © dpa

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