Altes Bauwerk bleibt zugeschüttet

Stadt Liebenau sucht nach Regenwasserlösung in Zwergen

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Baustelle: Das alte Regenüberlaufbecken wurde 1991 verfüllt. Es hätte nur ausgebaggert werden brauchen, meint Anwohner Winter, dessen Garage mehrfach unter Wasser stand. Die Stadt sieht es differenzierter und öffnet nun stattdessen die Rohre.

Zwergen. Wenn eine Stadt wenig Geld hat und Ausgaben sparen könnte, ist das eine gute Idee. Wie das erfolgt, darüber kann es aber unterschiedliche Ansichten geben, wie jetzt in Liebenau-Zwergen.

Dort spricht Richard Winter, der an der Straße Zum Schwimmbad wohnt, sogar von einem Schildbürgerstreich.

Anlass ist ein Regeneinlauf an dem Wirtschaftsweg, der an Winters Garagen vorbei hinauf zur Feuerwehr und weiter zum Wald führt. Der um 1950 errichtete Regeneinlauf war früher ein acht mal zwei Meter großes Regenüberlauf- und -absetzbecken, das 1991 verfüllt wurde. Seither besteht es aus einem Fanggitter und Betonröhren, die in die Kanalisation führen.

Wundert sich über Schildbürgerstreich: Richard Winter

Nachdem vor vielen Jahren ein zweiter Ablauf durch einen Hohlweg mittels einer Aufschüttung abgeriegelt wurde, ergießt sich bei starken Unwetter eine regelrechte Sturzflut den Wirtschaftsweg hinab, weil der Graben das Wasser nicht aufnehmen kann. Am Regeneinlauf gibt es starke Rückstaus und weil seit einer Asphaltierung die Straße höher liegt, floss das Regenwasser nun mehrmals in Richard Winters Garage und Keller. „Warum baggert man den Regenschacht nicht einfach wieder aus? Das Gitter hätte ich auch bezahlt“, fragt sich Winter und nennt es einen Schildbürgerstreich.

Bürgermeister Harald Munser stellt gegenüber unserer Zeitung klar, dass die Stadt jetzt auf die wiederholten Beschwerden des Anwohners reagiere. Warum das Becken damals verfüllt wurde, sei aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen. Es war verlandet, stank und es gab Sicherheitsprobleme, heißt es.

Die Stadt hat genau geplant, sagt Bürgermeister Harald Munser.

Das Bauamt der Stadt habe von einem Fachbüro Pläne erarbeiten lassen und danach werde jetzt der Einlauf umgebaut, sagt Munser. Die durch das verfüllte Becken laufenden Rohre wurden oben aufgeschnitten und werden mit Gitterrosten abgedeckt, so das sich die Einlauffläche vergrößert. Es habe verschiedene Ideen gegeben. Die Abstände am bisherigen Fanggitter zu verbreitern hätte mehr Treibgut im Kanal bedeutet. Für ein richtig großes Unwetter hätte aber auch das alte Bauwerk nicht ausgereicht, das Wasser aufzunehmen. „Es läuft dann ohnehin durch das Dorf“, sagt Munser.

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