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Stadt Liebenau will jetzt für neue Wohnhäuser planen

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Von: Hanna Maiterth

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Ein Kinderspielplatz in einem der Liebenauer Stadtteile.
Spielplätze: Statt über das Förderprogramm der Dorfentwicklung müssen die Spielplätze in Lamerden und Ostheim nun komplett mit Geld aus dem Haushalt der Stadt Liebenau auf Vordermann gebracht werden. © Maiterth, Hanna

Weil die Dorfentwicklung abgelaufen ist, will die Stadt Liebenau in diesem Jahr mit den Planungen für Bauplätze beginnen.

Liebenau – Beim Seniorenzentrum steht der Baustart bereits fest: Im Frühjahr soll es losgehen. Indes könnte sich für die Verwaltung entscheiden, ob die jahrelangen Vorbereitungen für eine interkommunale Zusammenarbeit Früchte tragen.

Haushalt

Eine schnelle Einigung erhofft Bürgermeister Harald Munser beim Haushalt der Stadt Liebenau für 2023. „Im Entwurf haben wir einen Überschuss. Eine Steuererhöhung ist nicht eingeplant.“ Dafür gebe es zwei Gründe. Zum einen fielen die Zuschüsse und Förderungen vom Land Hessen höher aus. Außerdem plane die Kommune, allgemeinlaufende Kosten mit noch nicht ausgeschöpftem Geld aus der Hessenkasse zu begleichen. Ursprünglich sei dieses Geld für die Sanierung der Stadtwohnungen eingeplant. Da am Haushaltsentwurf noch gearbeitet wird, konnte Munser noch keine Zahlen nennen.

Seniorenzentrum

Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten am Seniorenzentrum beginnen. Zu Verzögerungen kam es im vergangenen Jahr, nachdem der Projektentwickler wechselte. Entstehen wird das Seniorenzentrum auf dem ehemaligen Sportplatz neben der Feuerwehr in Liebenau. Wichtig sei das Seniorenzentrum nicht nur für ältere Menschen, erwartet der Bürgermeister. Auch als zukünftiger Arbeitgeber werde es eine besondere Rolle einnehmen.

Zusammenarbeit

An einer Verwaltungsgemeinschaft mit den Städten Trendelburg und Bad Karlshafen arbeitet Liebenau bereits seit Jahren. In diesem Jahr könnte sich also entscheiden, ob sich die Vorarbeit auszahlt. Obwohl auch Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung seit zwei Jahren in die Vorbereitungen eingebunden sind, sprach sich eine Mehrheit vor ihrer jüngsten Sitzung gegen die Zusammenarbeit mit den beiden Städten aus. „Die finanziellen und inhaltlichen Verwaltungsarbeiten, die vor uns liegen, werden wir in Zukunft aber nicht mehr ohne weiteres alleine bewältigen können“, erklärt Munser. Dabei sei nicht nur die interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) an sich ein probates Mittel, um sich den Herausforderungen zu stellen. Es gehe auch um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. „Das ist nur möglich, wenn wir uns mit Kommunen zusammentun, die einen ähnlichen Leidensdruck haben“, findet Munser. „Die Zeit, in der wir noch handlungsfähig sind, läuft uns davon.“

Bauland

Mit dem Jahreswechsel ist die Stadt aus der Dorfentwicklung ausgeschieden. Damit können Baugebiete wieder außerhalb der Ortszentren geplant werden. Genau das soll nun geschehen. „Die Nachfrage ist da“, sagt Munser. Das gilt für Wohnhäuser und Gewerbe. Da es in jedem Ortsteil mindestens eine potenzielle Baulandfläche gibt, werden sie in diesem Jahr auf Erschließungs- und Genehmigungsfähigkeit überprüft. Auch das Thema Spielhalle und Gewerbegebiet in Niedermeiser wird die Stadt 2023 begleiten. Während die Stadtverordneten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen haben, regte sich bei den Anwohnern Widerstand.

Spielplätze

Ursprünglich sollten die Spielplätze im Zuge der Dorfentwicklung berücksichtigt werden. Dort wären sie mit 90 Prozent gefördert worden. Aufgrund der Schieflage des Haushalts wurden sie gestrichen. Im Haushaltsentwurf 2023 stehen sie nun erneut. Stimmen die Stadtverordneten zu, dann sind die Spielplätze in Lamerden und Ost-heim in diesem Jahr und 2024 der in Haueda dran.

Altstadtsanierung

Die Altstadtsanierung ist das letzte Projekt aus der Dorfentwicklung, das noch abgeschlossen werden muss. Momentan befinde es sich im Zeit- und Kostenplan, sagt der Bürgermeister. Eine Einweihungsparty ist für Ende 2023 angedacht – abhängig von Baupreisentwicklungen und archäologischen Arbeiten.

Feuerwehr

In diesem Jahr bekommt die Feuerwehr in Zwergen ein neues Feuerwehrfahrzeug – ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W). 2024 ist dann die Ostheimer Wehr dran. Außerdem sollen nun die Mängel an den Feuerwehrhäusern der Stadt beseitigt werden. Insbesondere in Liebenau. 500 000 Euro waren für Sanierungen im Haushalt bereits zur Seite gestellt worden, reichten aber nicht aus. „Jetzt müssen wir tiefer in die Tasche greifen“, sagt Munser.

Das Feuerwehrhaus in Liebenau.
Mängel an den Feuerwehrhäusern der Stadt müssen ausgebessert werden. Hier das Liebenauer Haus. © Maiterth, Hanna

Bürgerbus

Der Bürgerbus ist zwar seit vergangenem Jahr wieder im Einsatz, er wird aber noch nicht wieder vollständig in Anspruch genommen. Vereine greifen auf ihn zurück, weiß Munser. Die Sammelruf-Touren für Besorgungen sind noch nicht wieder in Schwung gekommen. „Fahrer haben wir genug, daran liegt es nicht.“

Bahnhaltestellen

Stadtverordnete und die Kreistagspolitiker im Landkreis Kassel setzen sich für eine Reaktivierung der Bahnhöfe Liebenau, Lamerden und Eberschütz ein. Mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) gab es bereits Gespräche, berichtet Munser. Geschäftsführer Stefan Müller habe zugesichert, die Umsetzbarkeit zu prüfen.

Radweg

Beim Radweg R4 hängt es an wenigen Metern Asphalt. Das Geld für das zweiteilige Projekt ist bereits bewilligt. Mit 1,1 Millionen Euro ist der Radweg kalkuliert. 220 000 Euro übernimmt die Stadt. Eingeplant war das Geld schon im Haushalt 2022. „Der Landkreis wird voraussichtlich das Projekt ebenfalls unterstützen, was den Eigenanteil weiter reduziert.“ Die restlichen 80 Prozent finanziert Hessen Mobil aus Landesmitteln. Die Wegstrecke zwischen dem Caldener Ortsteil Obermeiser und Niedermeiser kann auch umgesetzt werden. Für die Verbindung zwischen Zwergen und Liebenau steht jedoch ein Teil der benötigten Fläche nicht zur Verfügung. Der Weg muss umgeplant werden, wie Munser erklärt. „Ob eine alternative Strecke auch förderfähig ist, bleibt abzuwarten.“

Wasserversorgung

Ein Ende sollen die Arbeiten am Trink- und Löschwassernetz finden, die mit insgesamt gut einer Millionen Euro zu Buche schlagen. „Bis Mitte 2023 werden wir damit durch sein“, sagt Munser. Um die Wasserversorgung auch in Zukunft sicherzustellen, hatte die Stadt die Netzstruktur überprüfen lassen. Leitungen wurden erneuert, in der Altstadt der Versorgungsring geschlossen. Für 2023 sieht der Haushaltsentwurf noch 315 000 Euro vor.

Glasfaser

Mit Glasfaser ist das Stadtgebiet Liebenau bereits ausgestattet. Weil in Liebenau, Haueda, Ostheim und Zwergen die Kabel bislang nur bis zu den Verteilerkästen gehen, sollen jetzt noch die Leitungen in die Häuser gelegt werden. Niedermeiser, Ersen, Grimelsheim und Lamerden verfügen bereits über den sogenannten FTTH-Anschluss (Fiber to the Home). Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen seien im Stadtgebiet sogar die Fußwege in einem guten Zustand.

Veranstaltungen

Das Stadtfeuerwehrfest findet nach der langen corona-bedingten Pause in diesem Jahr wieder statt, und zwar in Ostheim, sagt Munser. Indes soll ein ganz junges Festival in die zweite Runde gehen. Das „Keine Panik“-Festival wird vom 8. bis 11. Juni in Niedermeiser gefeiert. (Hanna Maiterth)

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