Video: 60 Liter kamen in einer halben Stunde vom Himmel

Starker Regen spült tonnenweise Schlamm nach Liebenau

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Liebenau. Schlammlawinen und Hagelkörner versetzten Liebenau am späten Samstagnachmittag in einen Ausnahmezustand.

Ein gewaltiges Unwetter von gerade mal einer halben Stunde sorgte für gewaltige Schäden in der kleinen Stadt. Auch in drei weiteren Ortsteilen der Gemeinde gab es Schäden.

„Heute Morgen um 2.30 Uhr habe ich die letzte Feuerwehr verabschiedet“, sagt Harald Munser, Bürgermeister von Liebenau. Was sich gestern in seinem Ort abgespielt habe, hätte so noch niemand erlebt – eine dicke Schicht aus Eis, Schlamm und Wasser hätte alle Einsatzkräfte stark gefordert. Vor allem im Kreuzungsbereich zwischen der Bahnhofstraße, dem Alten Steinweg und der Ostheimerstraße haben die Schlammmassen auf einer 300 Meter langen Strecke für reichlichen Schaden gesorgt. Noch könnten sie das Ausmaß gar nicht überblicken – fest stehe, dass viele Keller unterspült worden seien und auch der Bauhof erheblichen Schaden genommen hätte, so das Stadtoberhaupt. Auch die frisch ausgebrachte Saat vieler Landwirte wurde durch das Unwetter von den Feldern gespült.

Besonders aus Richtung Hopfenberg floss das Schlammgemisch in den Ort. „An einigen Stellen ging uns der Schlamm bis fast zum Knie – schließlich sollen 60 Liter in dieser kurzen Zeit vom Himmel gekommen sein“, weiß Munser.

Zu kämpfen hatte die Feuerwehr vor allem mit dem Eis, da dadurch einige Male die Pumpen versagten. Diese seien eingefroren, hätten somit nicht mehr funktioniert.

Um der Lage Herr zu werden, wurden auch Dienstleister akquiriert, die mit Sattelschleppern den Schlamm zur Bauschuttdeponie nach Lamerden gebracht hatten. „Ich bin begeistert wie gut der Einsatz geklappt hat, da sieht man wie wichtig eine gut aufgestellte Wehr ist.“ 80 Feuerwehrleute aus sieben Wehren der Stadt halfen mit, die Katastrophe in den Griff zu bekommen.

In Niedermeiser, Zwergen und Haueda waren ebenfalls Straßen überspült. Munser ist sich sicher, dass die Aufräumarbeiten noch die gesamte Woche in Anspruch nehmen werden.

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