Weiter große Resonanz auf Hilfsaktion

Südosteuropa-Hilfe: Zehn Sattelzüge voller Spenden

Lagerraum für viele Hilfsgüter: Die Scheune von Ottmar Rudert war wieder mit tausenden Spendengütern und Fahrrädern gefüllt.
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Lagerraum für viele Hilfsgüter: Die Scheune von Ottmar Rudert war wieder mit tausenden Spendengütern und Fahrrädern gefüllt.

Seit eineinhalb Jahrzehnten werden mit Spenden aus der Region Menschen in Südosteuropa unterstützt. Und die Hilfsbereitschaft reißt nicht ab, berichten die Initiatoren.

Ostheim/Westuffeln – Die ersten Anfragen kommen schon im Sommer. Und wie die Tage kürzer werden, erreichen Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau immer mehr Anrufe. Die Menschen fragen, wann sie ihre Spendengüter für die große nordhessische Südosteuropahilfe auf den Höfen der beiden Biobauern in Ostheim und Westuffeln abliefern können. „Ende Oktober, Anfang November stehen unsere Handys kaum mehr still“, sagt Ottmar Rudert, „die Leute wissen, dass wir wieder losmüssen und bitten um einen Termin zur Abgabe ihrer Spenden.“

Nach 15 Jahren ist die große Hilfsaktion für Rumänien, Moldawien und die Ukraine inzwischen ein Selbstläufer. „Deshalb haben wir in diesem Jahr ganz darauf verzichtet, unseren Annahmestart in den regionalen Medien bekannt zu machen“, sagt Günter Rüddenklau, „sonst hätten wir das Aufkommen schlicht nicht mehr bewältigen können.“ Dies und die Tatsache, dass sich die Transportkosten gegenüber den vergangenen Jahren um mehr als 30 Prozent verteuert haben, habe sie gezwungen, einen Stopp zu setzen. „Wir sind logistisch, organisatorisch und auch finanziell an unserer Kapazitätsgrenze angelangt“, sagen die beiden.

Dennoch: Auch ohne jegliche Werbung sind wieder über 100 Tonnen an Spendengütern zusammengekommen. Räder, Rollstühle, Rollatoren, Küchengeräte, Kleidung, Schuhe, Decken, Betten – in den Scheunen der beiden Biobauern in Ostheim und Westuffeln türmten sich wieder Kisten, Kartons und Säcke mit tausenderlei brauchbaren Sachen. Mittlerweile sind wieder mehr als 20 000 Artikel auf den Ladeflächen der Lkw verstaut worden. Zehn gecharterte 40-Tonner rollen in diesen Tagen gen Südosteuropa.

Die ersten Transporte gehen diesmal nach Chisinau, die Hauptstadt Moldawiens. Den Kontakt dorthin hat ein moldawischer Bekannter Ottmar Ruderts hergestellt. Dessen Frau ist Lehrerin und empfängt dort für ihre Schule 150 Tische und 300 Stühle. Die Großspende kommt von der Losse-Schule in Kassel-Bettenhausen, die hatte kürzlich neues Mobiliar erhalten. Angehende Schulkinder erhalten in Chisinau unter anderem auch Schulranzen. Die Sammlung dafür koordinierte die Immenhäuserin Patricia Schützenberger (HNA berichtete). Rudert und Rüddenklau wollen vor Ort die Spenden selber mit verteilen.

Danach wollen die beiden in die Ukraine mitfahren. In der Nähe von Odessa am Schwarzen Meer werden zwei Lkw mit nordhessischen Hilfsgütern erwartet. „In dem vom Krieg im Donbass geschundenen Land ist die Not groß“, wissen sie von ihrer Reise Anfang dieses Jahres.

Aber auch den Menschen in den Armutsvierteln in Rumänien muss weiterhin geholfen werden. Und so werden insgesamt sechs Lkw in den Karpaten-Städten Tirgu Mures, Medias und Fogarasch erwartet. Im Namen der zahlreichen Spenden-Empfänger danken Rudert und Rüddenklau einmal mehr der großen Bereitschaft der Nordhessen, im Südosten Europas zu helfen. „In vielen Orten ist die Not dort, auch bedingt durch Corona, größer geworden“, sagt Günter Rüddenklau. „Deshalb mussten wir unsere Aktion auch in diesem Jahr unter schwieriger werdenden Umständen einfach fortsetzen.“ (Gerd Henke)

Sie unterstützen die Hilfsaktion

Neben den Sachspenden sind für die Südosteuropa-Hilfe auch Geldspenden enorm wichtig, insbesondere in diesem Jahr, in dem die Transportkosten um mehr als 30 Prozent gestiegen sind. Neben Privatpersonen unterstützen auch viele Firmen und Organisationen die Hilfsaktion finanziell.

Geldspenden gehen auf das Konto des Kirchenkreisamtes Hofgeismar-Wolfhagen bei der Evangelischen Bank,
IBAN: DE13 5206 0410 0002 0001 05. Verwendungszweck: Moldawienhilfe. Für Spendenquittung bitte Adresse angeben.

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