Telefonkabel wurde bei Bauarbeiten durchtrennt

Ärger mit der Telekom: Lungenkranker über eine Woche ohne Hausnotruf

Der Hausnotruf, den Peter Damm um den Hals trägt, funktioniert nicht. Im Hintergrund die Baustelle.
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Der Hausnotruf, den Peter Damm um den Hals trägt, funktionierte über eine Woche nicht. Im Hintergrund die Baustelle.

Bei Bauarbeiten vor dem Haus eines 72-Jährigen aus Lamerden im Kreis Kassel wurde ein Telefonkabel durchtrennt. Über eine Woche war er ohne Festnetz und Internet.

Liebenau - Peter Damm kann wieder über das Festnetz telefonieren und auch sein Hausnotruf funktioniert wieder. Darauf hatte nun die Telekom hingewiesen. Der Telefonanbieter habe die Leitung am Donnerstag repariert. Beim Verlegen der neuen Glasfaserleitung war der alte Anschluss beschädigt worden. Zunächst hatte sich die notwendige kurzfristige Reparatur herausgezögert. Für Damm keine einfach Zeit.

„Falls etwas passiert, habe ich ein Problem.“ So fasst Peter Damm seine Situation noch vor ein paar Tagen zusammen. Bei der Verlegung von Glasfaserleitungen in der Straße Bullieth in Lamerden, wurde am Montag, 12. Oktober, vor seinem Haus ein Telefonkabel durchtrennt. Das bedeutet: kein Internet, kein Telefon. Über einen gewissen Zeitraum könne Damm das verschmerzen, sagt er. Das Problem jedoch sei, dass durch den fehlenden Internetanschluss sein Hausnotruf nicht funktioniert, den er dringend benötigt.

Der 72-Jährige leidet unter Lungenfibrose. Einer Krankheit, bei der sich das Lungengewebe verändert. Damm leide dadurch des Öfteren unter Atemnot und gilt zu 80 Prozent als schwerbehindert. Zur Sicherheit trägt er deshalb den Hausnotrufknopf um den Hals. Beim Auslösen des Notrufs über den mobilen Funksender erfolgt die Verbindung zur Notrufzentrale. Ein Notrufgerät, das an die Telefondose und ans Stromnetz angeschlossen wird, leitet das Signal weiter.

Über eine Woche ohne Hausnotruf

Eineinhalb Wochen war Damm ohne Internet und somit ohne Hausnotruf. Die Arbeiter hätten ihm direkt, nachdem das Unglück passiert sei, das durchtrennte Kabel gezeigt. Daraufhin habe man dem Anwohner erklärt, dass die Firma Goetel da nichts machen könne, weil das Kabel der Telekom gehöre, die durch Goetel über die Beschädigung in Kenntnis gesetzt worden sei.

„Ein Tag, nachdem das Kabel durchtrennt wurde, war ein Herr von der Telekom hier und versprach, dass das Kabel bis Donnerstag repariert wäre“, berichtet Damm. Bis gestern, über eine Woche später, sei jedoch nichts passiert – trotz mehrfacher Nachfragen seinerseits. „Wenn Sie Telekomkunde wären, wäre es schon repariert“, habe ein Telekommitarbeiter zu Damm am Telefon gesagt. „Eine Frechheit“, schimpft der Lamerder.

Den Bauarbeitern macht er keine Vorwürfe: „Das kann doch passieren.“ Für den Geschädigten ist aber unbegreiflich, wie so lange Zeit nichts passieren kann. „Da muss einem doch geholfen werden!“ Die HNA fragte daraufhin bei den Unternehmen nach.

Das sagen die Unternehmen

Andreas Fuchs, Sprecher der Telekom sagt auf unsere Anfrage: „Wir versuchen eine schnelle Lösung zu finden.“ Aufgrund der Erkrankung wolle man hier nicht nach „Schema F“ handeln. Marketingleiter der Firma Goetel, Christian Ruppelt, bedauert den Zustand, wie er mitteilt. „Wir haben den Schaden verursacht, dürfen ihn jedoch nicht beheben“, erklärt Ruppelt. Für sie sei der Auftrag damit erledigt, dass sie den Vorfall an die Telekom weiterleiten. Dass sich diesbezüglich noch nichts getan habe, könne Ruppelt nicht nachvollziehen. Man wolle sich daher direkt noch mal mit der Telekom in Verbindung setzen und das Problem aus der Welt schaffen. (Laura Ruth)

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