Rekordzahl von 150 Fahrrädern

„Vom Spenden haben alle was“

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Diesmal kam die Rekordzahl von 150 Fahrrädern zusammen: Ein Teil der Räder wurde nicht an Einzelne, sondern an eine Schule in Fogarasch ausgegeben. Damit haben nun alle Schüler etwas davon.

Ostheim/Westuffeln. Kleidung, Bettzeug, Fernseher, Spielsachen und einiges mehr: Zwei Landwirte aus Ostheim und Westuffeln bringen Spenden aus der Region nach Rumänien.

„Vielen Dank für alles, was Sie für die Menschen hier getan haben!“ Mit diesem Satz beginnt eine Dankes-Email aus Rumänien an Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau. Die beiden Landwirte aus Ostheim und Westuffeln sind vor einigen Wochen von ihrem neunten Hilfstransport in das südost-europäische Land zurückgekehrt. Und einmal mehr sind sie selber geradezu überwältigt von den Eindrücken, die sie in dem Armenhaus der EU gesammelt haben.

Das Klischee eines von Korruption geplagten Staates scheine sich auch in Rumänien wiederzufinden, sagt Ottmar Rudert: „Die Reichen werden immer reicher und die Armen ärmer.“ Während in den größeren Städten wie Cluj Napoca (Klausenburg) oder Sibiu (Hermannstadt) inzwischen fein herausgeputzte Häuser und große Karossen das Stadtbild prägten, spanne die arme Landbevölkerung noch immer Ochs und Esel vor die Karren.

Dankbarkeit berührt

Genau das ist der Grund, weshalb Rudert und Rüddenklau auch diesmal wieder abgelegene ländliche Regionen in Siebenbürgen aufsuchten. So verteilten sie Hilfsgüter im Umland der kleinen Kupferbergbau-Stadt Balan und in Fogarasch. „Die Dankbarkeit, die uns hier entgegen gebracht wird, berührt uns jedes Mal aufs Neue“, sagt Günter Rüddenklau. Gut, dass bei so viel mit Dankbarkeit gepaarter Hilfebedürftigkeit die Spendenbereitschaft in unserer Region nicht nachlässt. Im Gegenteil, sie scheint von Jahr zu Jahr noch zuzunehmen: Diesmal waren es insgesamt 160 Tonnen an Hilfsgütern, die die Deutschen nach Rumänien brachten. Kleidung, Schuhe, Bettzeug, Haushaltsgeräte, Fernseher, Spielsachen, haltbare Lebensmittel und diesmal die Rekordzahl von 150 Fahrräder gingen auf die Reise in die Bergdörfer in den Karpaten. Das waren viereinhalb große Lkw-Ladungen - so viel wie noch nie.

Kirchliche Netzwerke helfen

Die beiden Deutschen haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Organisation und Verteilung der Hilfsgüter am besten in Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchengemeinden klappt. „Die Pfarrer dort haben den besten Überblick, wo und wer welche Güter am dringendsten braucht.“ Inzwischen bestehe ein gut ausgebautes Netzwerk zur Verteilung der Spenden. Und was nicht gleich verteilt werden kann, wird in Kleiderkammern eingelagert.

Zehnter Transport

Die beiden Initiatoren der Hilfstransporte sehen alle Seiten der Aktion als Gewinner: „Die vielen Spender in unserer Region freuen sich, wenn sie helfen können und die Menschen in Rumänien freuen sich, wenn ihnen ein bisschen geholfen wird.“ Das sei eine typische Win-Win-Situation. Und so lassen Günter Rüddenklau und Ottmar Rudert keinen Zweifel daran, dass sie auch in diesem Jahr wieder für arme Menschen sammeln werden und in der Vorweihnachtszeit dann der zehnte Hilfsgütertransport von Nordhessen aus nach Südosteuropa fahren wird.

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