Wasserläufe renaturieren

Wasserverband Diemel plant Projekt bei Grimelsheim: Bauen gegen das Hochwasser

Es war nicht das erste Mal, dass der Trendelburger Stadtteil Gottsbüren von einem Starkregen heimgesucht wurde. Am Abend des 20. August stürzten wieder Wassermassen die Straßen herab, der Fuldebach trat über die Ufer.
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Anpacken gegen das Hochwasser: Auch in Trendelburg gibt es hin und wieder Probleme. Es war nicht das erste Mal, dass der Stadtteil Gottsbüren von einem Starkregen heimgesucht wurde.

Fast 150 Projekte könnte der Hessische Wasserverband Diemel in seinen acht Mitgliedskommunen zwischen Bad Arolsen und Bad Karlshafen umsetzen, um Hochwassergefahr zu verringern.

Liebenau - Dabei handelt es sich vor allem um die Renaturierung von Wasserläufen. Die tragen dazu bei, den Wasserabfluss nach starken Niederschlägen zu verringern und somit Überschwemmungen zu reduzieren oder zu vermeiden. Das nächste große Projekt ist eine Altarm-Renaturierung an der Diemel bei Grimelsheim.

Diese Maßnahmen sind das Ergebnis eines Gewässerberatungsprojektes, bei dem die Flüsse und Bäche im Verbandsgebiet unter die Lupe genommen wurden. Zu den dafür notwendigen Kosten will der Verbandsvorstand noch nichts sagen.

Auch wenn die Notwendigkeit gesehen wird, können nicht alle Vorhaben in den nächsten Jahren umgesetzt werden, erklärt Geschäftsführerin Nicole Lipphardt in Liebenau. Dort hat der Wasserverband Diemel seinen Sitz. Wichtigste Voraussetzung, damit an den Gewässern gebaut werden kann, ist der Besitz der angrenzenden Grundstücke. Dabei arbeite der Verband mit den Mitglieder gut zusammen, sagt Lipphardt. Denn nur dort, wo die Städte und Gemeinden Flächen besitzen, kann renaturiert werden. In den vergangenen Jahren hat der Verband 8,4 Millionen Euro investiert, berichtet Lipphardt.

Der Erfolg zeigte sich zuletzt Mitte Juli. Über Waldeck kam es zu Unwettern, der Raum Hofgeismar blieb verschont. Auch an der Diemel machten sich die Niederschläge kaum bemerkbar. Der Grund: Sowohl der Twistesee bei Bad Arolsen wie auch das Rückhaltebecken bei Volkmarsen-Ehringen fingen große Wassermassen auf, die kontrolliert abgelassen wurden. Ohne diese Bauwerke hätte es in Nordwaldeck massive Überschwemmungen gegeben. Auch an der Diemel im Kreisteil Hofgeismar wäre es zu Überflutungen gekommen, sagt Lipphardt. Machtlos ist der Wasserverband allerdings, wenn es zu ganz lokalem Starkregen kommt – so wie am 20. August in Gottsbüren. (Bernd Schünemann)

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