Dreister Diebstahl trifft Bauamt hart

500 Wasserzähler vom Bauhof in Liebenau gestohlen

Hier stapelten sich die Wasseruhren: Georg Flörke, Leiter des Bauamts, zeigt den Unterstand auf dem Bauhof, wo jetzt nur Leere ist. Fotos: Lawatzki

Liebenau. „Auf unserem Bauhof ist vorher noch nie etwas weggekommen", sagt Georg Flörke, Leiter des Bauamts der Stadt Liebenau, stolz. Dafür hat es ihn jetzt aber besonders hart getroffen.

Unbekannte Täter haben in der Vorweihnachtszeit rund 500 ausgemusterte Wasserzähler aus Messing gestohlen. An mehreren Orten wurden jetzt Spuren der Tat gefunden. Nach den Dieben ist die Polizei aber noch auf der Suche.

Die Wasserzähler lagerten auf dem Gelände des Bauhofs unter einem Dach. „Das ist die einzige Stelle, an der kein Bewegungsmelder auslöst“, sagt Flörke. Die Diebe kletterten vom Nachbargrundstück über einen Zaun. Der Bauamtsleiter geht davon aus, dass die Tat schon längere Zeit genau geplant wurde. Es könne sein, dass sie den Hof schon seit November im Auge hatten.

Die Tat muss in der Vorweihnachtszeit passiert sein, als der Bauhof geschlossen war. Der letzte Arbeitstag war am 18. Dezember, da waren die Wasseruhren noch da. Flörke würde sich wundern, wenn niemand etwas von der Tat bemerkt hätte. „Ein solches Teil wiegt 1,2 Kilogramm. Die Diebe müssen also längere Zeit gebraucht und etwas zum Transportieren gehabt haben.“

Der Diebstahl wurde erst durch einen Hinweis eines Landwirts bekannt. Er hatte vor Heiligabend an einer Scheune im Wald mehrere Kartons entdeckt, die die Aufschrift des Herstellers der Wasserzähler tragen. „Zunächst war er sich unsicher, ob er uns Bescheid geben soll. Am 30. Dezember hat er uns dann aber angerufen.“ Sonst wären die fehlenden Wasseruhren wahrscheinlich erst im neuen Jahr aufgefallen. Auf den Kartons und den Zählern steht die Seriennummer, mit der sie identifiziert werden können.

Eine weitere Spur fand sich schließlich am Flussufer an der Diemelbrücke in Ostheim. Dort fand ein Angler Plastikteile von vier Zählern. „Die müssen die Täter aus dem Messingteil gebrochen haben, da sie die nicht zu Geld machen können“, sagt Flörke. „Wahrscheinlich schwimmen in der Diemel irgendwo noch weitere Teile.“

Zu solchen Metalldiebstählen kommt es immer wieder, auch im Kreisteil Hofgeismar (siehe Hintergrund). Je nach Zustand gibt es für ein Kilo Messing im Moment rund zwei Euro. „Bei unserem Schrotthändler in Liebenau haben die Diebe aber nicht versucht, die Wasserzähler loszuwerden.“

Sorgen, dass die Zähler jetzt in der Stadt fehlen, muss sich aber keiner machen. „Wir haben im vergangenen Jahr alle ausgebaut und durch neue, digitale ersetzt.“ Die Wasseruhren, die auf dem Bauhof lagerten, sollten verkauft werden - eigentlich schon vor Weihnachten.

Wer etwas beobachtet hat, kann sich bei der Polizei in Hofgeismar melden. Flörke hofft, dass die Täter so geschnappt werden können. Auf dem Bauhof will er jetzt auf jeden Fall nachrüsten, damit das Gelände noch besser gesichert ist.

Hinweise an: 05671 / 99280

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