Stadt Liebenau beteiligt sich als erste Kommune im Kreisteil an EAM

Martin Pilger

Liebenau. Die erste Kommune im Kreisteil Hofgeismar hat über eine Beteiligung an der neu gegründeten EAM entschieden: Die Stadt Liebenau beteiligt sich mit 0,202 Prozent an dem kommunalen Regionalversorger. Für die Stadt bedeutet das eine Bürgschaft über knapp 1,8 Millionen Euro.

Bürgermeister Peter Lange warb für den Anteilserwerwerb: „Mit geringem Risiko lässt sich erhebliches Kapital aufbauen.“ Und die EAM-Beteiligung sei eine von wenigen Möglichkeiten für Kommunen, künftig Geld einzunehmen, ohne den Bürgern in die Tasche zu greifen.

Laut Lange hatte Liebenau sogar einen Bus eingesetzt, um möglichst alle Stadtverordneten zu einer Infoveranstaltung zum Thema EAM zu bringen. Das hat sich offenbar ausgezahlt: FWG, SPD und CDU waren sich überwiegend einig, dass ein Risiko da ist, sich aber auch Chancen für die Gemeinde bieten.

Peter Lange

Ausführliche Kritik kam vom Stadtverordneten Martin Pilger (FWG): Er kritisiert, dass die EAM nicht genug Gewinn machen werde, um den Anteilserwerb der Kommunen ohne eigenes Kapital zu finanzieren. Solaranlagen, Stromspartechnik, Blockheizkraftwerke – das alles führe dazu, dass künftig weniger Strom durch die Netze laufe. „Die Ausgaben bleiben gleich, die Einnahmen werden sinken“, sagte Pilger.

Bürgermeister Lange widersprach. Denn die Netzentgelte seien festgeschrieben. Weniger Strom im Netz führe zu höheren Preisen, nicht geringeren Einnahmen.

Im Kreisteil werden in den kommenden Tagen überall die Weichen für die künftige Energieversorgung gestellt: Die Stadt- und Gemeindeparlamente entscheiden nachein-ander bis zum 6. November über eine Beteiligung. Als nächstes ist Grebenstein am Montag an der Reihe. Bad Karlshafen und Trendelburg haben kein Interesse an einem Erwerb beziehungsweise sind an den Energieversorger EWF gebunden. (gör)

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