Goetel-Netzausbau in Wesertal

Verwirrung um Glasfasernetz in Lippoldsberg

Glasfaserkabel in der Draufsicht
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Leitungen direkt in die eigenen vier Wände: Durch solche Glasfaserbündel könnten die Lippoldsberger Haushalte bald schnelles Internet bekommen.  (Symbolbild)

Fragen über Fragen und ein Dorf, das sich Klarheit wünscht. In Lippoldsberg machen sich Spekulationen breit. Das Netz der Goetel soll nicht wie geplant verlegt werden – oder doch?

Wesertal – Der Goetel-Projektmanager Markus Schaumburg hat im Gespräch mit unserer Zeitung die wichtigsten Fragen zum Ausbau geklärt:

Lippoldsberg hat trotz mehrfachen Verlängerungen die Quote nicht erreicht. Was heißt das nun für das Dorf: Kommen die Goetel-Anschlüsse oder nicht?

„Aktuell prüfen wir die Machbarkeit in Lippoldsberg“, sagt Schaumburg. In den kommenden Tagen soll die Entscheidung in einer Mitteilung bekannt gegeben werden.

Wie erklärt sich die Goetel die Tatsache, dass ein relativ großes Dorf die Quote nicht erreicht hat?

„Generell kann man keinen Ort mit dem anderen vergleichen, jedoch spielt das Fehlen der Informationsveranstaltungen im Ort eine große Rolle“, erklärt der Sprecher. Er persönliche komme aus einem kleinen Ort im Werra-Meißner-Kreis und vermutet, dass es auch dort ohne Veranstaltungen vor Ort schwer werden würde.

Was wären die Vorteile für die Lippoldsberger, wenn sie sich für einen Goetel-Anschluss entscheiden?

„Neben der Aufwertung für das Eigenheim darf man nicht vergessen, dass es sich nicht um eine weitere Netzinfrastruktur handelt“, sagt Schaumburg. FTTH-Glasfaser ersetzt den alten Standard der Kupferleitung. Neben dem Fernsehen der neuesten Generation sei gerade aktuell im Bereich des Homeschooling oder Homeoffice vermehrt zu hören, dass dieses aufgrund der Kupferleitungen nicht mehr reibungslos funktioniere. „Aber auch im Bereich der Pflege sind Gerätschaften auf dem Markt, welche bereits eine hohe Datenübertragung benötigen und diese ist nur durch FTTH-Glasfaser zu erreichen.“ Hat ein Ort Glasfaser bis in das eigene Haus, sei er auch für neue Mieter, Käufer von Immobilien oder sogar Firmen wesentlich interessanter.

Mehrfach war zu hören, dass die Goetel-Anschlüsse in Lippoldsberg nicht verlegt werden. Was ist dran an diesen Gerüchten?

„Wir hatten in der Vergangenheit keine Information verlauten lassen, welche darauf schließen lässt, dass wir den Ortsteil Lippoldsberg nicht ausbauen“, sagt Schaumburg. Dass derartige Behauptungen kursieren, verwundert den Sprecher.

Wenn sich Interessenten, die bei der Goetel unterschrieben haben, nun für einen anderen Anbieter entschieden haben, laufen dann zwei Verträge?

„Wer bereits einen Vertrag bei einem Mitbewerber abgeschlossen hat oder sich noch in der regulären Vertragslaufzeit befindet, der kann sorglos die Option “Internet vorab“ im Goetel-Vertrag auswählen“, erklärt Schaumburg. Habe der Neukunde noch einen laufenden Vertrag von bis zu 24 Monaten, könne er die Dienstleistung der Goetel nach Fertigstellen bereits kostenlos nutzen und zahle lediglich die monatlichen Gebühren an den alten Anbieter, bis der Vertrag ausgelaufen sei.

Was würde es für die Goetel bedeuten, wenn Lippoldsberg als einziger Ortsteil nicht mit dem Netz versorgt würde?

„Sollte ein Ort oder eine gesamte Gemeinde nicht die erforderliche Quote erreichen, hat das keinen Einfluss für uns als Unternehmen.“ Jedoch versuche der Netzanbieter stets, alle Möglichkeiten und Chancen zu nutzen, um eine wirtschaftliche Quote in einer angemessenen Zeit zu erhalten.

Die Anwohner beklagen mangelnde Kommunikation und zu wenig Aufklärung über den Stand der Dinge. Was sagt das Unternehmen dazu?

„Während einer Nachfragebündelung geben wir keine Zwischenstände zu den aktuellen Quoten raus“, sagt Schaumburg. Grund dafür ist, dass sich die Bürger frei entscheiden und sich nicht von Quoten leiten lassen sollen. Damit habe man stets die beste Erfahrung gemacht.

In Gieselwerder und Vernawahlshausen haben die Bauarbeiten bereits begonnen. Wie lange dauert der Ausbau in ganz Wesertal?

Neben dem Hausanschluss gehören ja auch der Tiefbau im und außerhalb des Ortes dazu und schließlich auch die Kabelmontagen und Inbetriebnahmen. Da über die Ortsteile Lippoldsberg und Oedelsheim noch nicht entschieden wurde, kann der Sprecher über die Dauer der Bauarbeiten in Wesertal nichts sagen. 

Die Goetel hat relativ wenig Werbung in Lippoldsberg gemacht und baute stattdessen auf Anwohner, um die Vorteile der Anschlüsse zu bewerben. Glauben Sie rückblickend, dass diese Art des Vertriebs fehlgeschlagen ist?

„Tatsächlich ist es in den letzten Jahren stets unsere Strategie gewesen ohne einen Tür-zu-Tür-Vertrieb und massive Werbung zu vermarkten – und das mit sehr viel Erfolg“, sagt Schaumburg. Was aber als wesentlicher Bestandteil gefehlt habe, sei die persönliche Ansprache vor Ort durch die Informationsveranstaltungen. (Luisa Weckesser)

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