Literaturwettbewerb Holzhäuser Heckethaler kürte die Sieger

Siegerlächeln: In drei Altersklassen errangen Marcus Kindlinger, Marlies Kalbhenn und Ralf Schwob (ab 3. von links) 1. Preise im Nordhessischen Literaturwettbewerb Holzhäuser Heckethaler. Sie werden flankiert vom Grebensteiner Sparkassenchef Horst Wanik (links), Juryleiter Dr. Burckhard Garbe und Immenhausens Bürgermeister Herbert Rössel (rechts). Foto:  Binienda-Beer

Der am Samstagnachmittag vor zahlreichen Besuchern zum 13. Mal verliehene Nordhessische Literaturpreis Holzhäuser Heckethaler ehrt und fördert wieder literarische Talente aus verschiedenen Winkeln der Bundesrepublik. Das Thema diesmal: „Grenzerfahrungen".

Holzhausen/Grebenstein. Geduldig harrten die sechs Finalisten in der ersten Sitzreihe des Bürgerhauses mehr als zwei Stunden aus, bevor die Jury ihre mit Spannung erwartete Entscheidung verkündete. Durch die stattliche Menge von 524 Kurzprosatexten hatte sich Dr. Burckhard Garbe (früher Holzhausen, jetzt Grebenstein) in den vergangenen Wochen gelesen, bevor der Juryleiter seine 30 Favoriten den anderen acht Mitgliedern zur Endauswahl vorlegen konnte. Wie schwer die Entscheidung letztlich jedem fiel und wie am Ende ein einzelner Punkt über Sieg oder Platz entschied, erwähnte Immenhausens Bürgermeister Herbert Rössel.

Die Glasstadt ist ideelle Trägerin des von einem anfangs reinen Jugendschreibwettbewerb weiterentwickelten Nordhessischen Literaturpreises, für den die Stadtsparkasse Grebenstein jedes Jahr die Preisgelder (2400 Euro) stiftet. Zum 9. Mal wurden auch Publikumspreise vergeben, zur Verfügung gestellt von Helmut Wenzel (Immenhausen, Eigentümer Waldhotel Schäferberg).

Für das zur Verleihung nach Holzhausen eingeladene literarische Sextett ging es „nur“ noch um die Frage, ob 1. oder 2. Preis. Ihre berührenden und nachdenklich stimmenden Arbeiten trugen die Autoren selbst vor und fesselten damit das Publikum im Saal. „Tolle Geschichten“, befand Holzhausens Ortsvorsteher Theo Leimbach und revanchierte sich bei den Preisträgern im Namen des Heidelbeerdorfes mit einem Heidelbeerwein-Souvenir.

„Grenzenloser Lese-Tsunami“ 

Das Thema „Grenzerfahrungen“ lässt sich, wie auch die Einsendungen dokumentierten, aus unterschiedlichsten Blickwinkeln literarisch verarbeiten. Von einem „fast grenzenlosen Lese-Tsunami“ sprach Garbe in seiner wie gewohnt humorvollen Betrachtung zu den Wettbewerbsergebnissen.

Der Schriftsteller und Germanist lieferte dem Publikum im Saal wieder eine kleine Auswahl von Leseerlebnissen der erheiternden Art. Dort, wo sprachliche Fehlgriffe anonymisierter Autoren für ungewollten Witz, schräge Bilder oder sattes Pathos gesorgt haben, mussten auch die Zuhörer schmunzeln.

Unter den sechs Preisträgern kam keiner aus der Region. Aber: 13 Einsendungen gingen diesmal aus dem Landkreis Kassel ein. „Mehr als sonst, und das freut uns“, sagte Garbe.

Grebensteins scheidender Sparkassenchef Horst Wanik, der den Wettbewerb über lange Zeit intensiv begleitet hatte und mit einem Glaskunstgeschenk verabschiedet wurde, machte für sein Institut klar: „Wir verstehen uns nicht nur als Förderer, sondern auch als Impulsgeber.“

Die Verleihung des 14. Holzhäuser Heckethalers findet am 31. Oktober 2015 statt. Das Thema wird noch ausgewählt - oder auch nicht. Ob womöglich mal wieder auf eine inhaltliche Vorgabe verzichtet werden soll, darüber befindet die Jury im Frühjahr.

Von Dorina Binienda-Beer

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