Beteiligung so groß wie nie – Preisverleihung mit vielen Gästen

Holzhäuser Heckethaler: Makaber und humorvoll

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Literaturfreunde: Dr. Burckhard Garbe (links) und die anderen Jury-Mitglieder gratulierten den Preisträgern. Vorne von links: Vera Buck (Publikumspreis), Anja Mäderer (1. Gruppe 14 bis 30 Jahre) und Brigitte Pokornik (1. Gruppe über 50 Jahre). 

Holzhausen. Makaberer Humor und eine feinsinnige Geschichte über das Verrücktsein machten in diesem Jahr bei der Jury des Nordhessischen Literaturpreises „Holzhäuser Heckethaler“ das Rennen.

Anja Mäderer (Würzburg) erhielt in der Gruppe 14 bis 30 Jahre den ersten Preis für ihren Text „Hundeleben“. In der Gruppe der über 50-Jährigen überzeugte Brigitte Pokornik (Plankenberg/Österreich) mit der Geschichte „Alte Möbel“ für die sie auch den Publikumspreis erhielt.

Ein weiterer Publikumspreis ging an Vera Buck (Zürich) für „Tyskerbarn“ (Deutschenkind). Mit nahezu 600 anonym eingesandten Texten aus dem In- und Ausland sei die Beteiligung so groß wie nie gewesen, stellte Dr. Burckhard Garbe fest. Der Schriftsteller und seine vor wenigen Monaten verstorbene Frau Dagmar Garbe – ebenfalls Schriftstellerin – hatten im Jahr 2002 den Literatur-Preis „Holzhäuser Heckethaler“ angeregt.

Durch den Tod Dagmar Garbes habe der Wettbewerb seine geistige Mutter verloren und die Menschen eine einzigartige Frau mit Profil, Kreativität und Humor, stellten Bürgermeister Herbert Rössel und Horst Wanik, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Grebenstein, vor rund 150 Gästen im Holzhäuser Bürgerhaus fest.

Eine Vorauswahl unter den Texten zu treffen sei „furchtbar und schön wie immer“ gewesen, sagte Burckhard Garbe und verdeutlichte seine Empfindung mit Positiv- und Negativ-Beispielen. Tipp- und andere Fehler wie das Rolltor statt des Rollators und ein Abdullah, der den Esel mit der Route prügelt, sorgten für Heiterkeit im Publikum.

Die Lesungen der Preisträger, darunter auch Rebecca Richter (Dormagen), Ingo Cesaro (Kronach) und Paul-Albert Wagemann (Berlin), hielten Humor, Anrührung und gesellschaftskritisch Satirisches für die Zuhörer bereit.

Anja Mäderers „Hundeleben“ dürfte Fans von Roald Dahl gefallen: Frau erschlägt lieblosen, schnarchenden Ehemann, verfüttert ihn häppchenweise an den Hund und wird von den Folgen ihrer Tat überrascht. Brigitte Pokornik erzählt von einer Frau, die in alten Möbelstücken verstorbene Anverwandte wiedererkennt und sie in Besitz nimmt, ohne den Grund dafür zu verraten.

Unter die Haut

Das „Deutschenkind“ von Vera Buck geht unter die Haut. Die 26-jährige erzählt in Ich-Form wie es sich anfühlt, das während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg gezeugte Kind einer Norwegerin und eines Deutschen zu sein.

Das Orchester der Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen unter der Leitung von Betti Franke gestaltete die Preisverleihung musikalisch.

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