Matthias Fußy wandert für Heimkinder von Spiekeroog zur Zugspitze

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Läuft für Heimkinder quer durch Deutschland: Matthias Fußy kam auch durch Hofgeismar und machte eine Nacht Station. Dann ging es weiter Richtung Zierenberg. Der 51-Jährige ist seit fast drei Wochen unterwegs – von Spiekeroog aus will er die Zugspitze zu Fuß erreichen. Fotos: Temme

Hofgeismar. Von Spiekeroog auf die Zugspitze. Oder von Meereshöhe 0 auf fast 3000 Meter: Matthias Fußy erfüllt sich einen lang gehegten Traum, er will die Republik von Nord nach Süd durchwandern.

Nicht für sich, sondern für sein Projekt „Natur für Heimkinder“. Nun erreichte er Hofgeismar, wo er eine Nacht Station machte.

„Ich will einmal quer durch Deutschland laufen, um möglichst viele Menschen für mein Projekt zu erreichen“, sagt der 51-Jährige. Sein großer Wunsch ist es, Heimkindern die Natur näher zu bringen - mit wem, wo, wie und wann, ist noch offen. Erstmal geht es Wandermatze, wie sich der Insulaner auf Tour nennt, darum, genügend Geld für seine Aktion zu bekommen.

„Jeder der mag, kann einen Streckenkilometer bei mir erwerben.“ Ab 20 Euro bekommt man diesen auf Matzes Homepage und wird dafür auf seiner Seite veröffentlicht. „Mir ist wichtig, dass alles transparent bleibt, deshalb nehme ich auf der Straße auch kein Geld an - wer helfen will, muss überweisen.“

Um seine Deutschlandtour finanzieren zu können, hat der Extremwanderer die vergangenen Monate Doppelschichten absolviert. Er habe einen Hausmeisterservice und könne es sich eigentlich auch nicht leisten. Deshalb gibt es für seine Wanderung auch einen genauen Plan: „30 Kilometer muss ich mindestens am Tag laufen.“ Dann nämlich sei er exakt 50 Tage unterwegs -mehr Geld und Zeit habe er nicht zur Verfügung.

Auch wenn die Tour mit einer Menge Strapazen und Entbehrungen verbunden ist, so gibt es auch viele schöne Momente, die der Norddeutsche nicht missen möchte. „Viele wissen gar nicht, dass die schönsten Dinge der Welt kostenlos sind“, sagt er und meint damit etwa sonnendurchflutete Baumwipfel am Morgen.

Einen starken Eindruck haben bei ihm auch viele Menschen hinterlassen. „Ich hätte nie gedacht, dass es so viele herzliche Menschen in unserem Land gibt.“ Solche etwa, die ihm auf der Strecke auflauern, um ihn zum Abendessen einzuladen. Übernachtet wird übrigens meist in günstigen Hotels, und für Notfälle hat er ein Zelt dabei. • Wer neugierig auf Matthias Fußy geworden ist, kann seine Erlebnisse auf seiner Internetseite nachlesen, die er täglich neu mit Geschichten und Bildern füttert.

www.wandermatze.de

Von Tanja Temme

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