Bad Karlshafen

2,2 Millionen Euro für die Hafenbecken-Sanierung

Schlammig: Mit einem Minibagger wurden im Frühjahr im Hafenbecken Schürfgruben ausgehoben. Heute geht es weiter. Foto: zmd/nh

Wiesbaden. Für die Instandsetzung des Hafenbeckens in Bad Karlshafen stellt das Land Hessen 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Damit können die am stärksten geschädigten Bereiche der Hafen- und Kanalmauern saniert werden.

Auf diese Weise wird ein einzigartiges Zeugnis der Landesgeschichte erhalten“, sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, am Montag in Wiesbaden.

Das Projekt wird in zwei Bauabschnitten von Frühjahr 2013 bis voraussichtlich Herbst 2015 ausgeführt: Begonnen werden die Arbeiten im Hafenbereich vom Auslassbauwerk in die Weser entlang des Rathauses bis zum Kanalzulauf. Im zweiten Abschnitt werden die Kanalmauern entlang der Conradistraße und Invalidenstraße bis zur Carlsbrücke instandgesetzt.

Zur Abstimmung der einzelnen Schritte und zur Optimierung der vorgesehenen Verfahren wird von heute an für etwa vier Wochen im Gebiet südöstlich des Rathauses ein Musterabschnitt erstellt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse fließen in die laufenden Planungen und Arbeiten ein.

In den vergangenen Jahren hat sich der Zustand der Mauern des Hafenbeckens und des Kanals erheblich verschlechtert: Es finden sich starke Ausbauchungen und Risse, teilweise hat sich das Mauerwerk durch die von hinten drückenden Erdmassen verschoben. An zahlreichen Stellen hat sich eine äußere Schale des Mauerwerks vom Mauerkern gelöst und droht umzustürzen; teilweise fielen bereits Steine aus der Mauer in das Hafenbecken. „Angesichts dieses Befunds ist eine umfassende Instandsetzung unumgänglich“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann.

Bereits 2010 wurde ein Teil der Hafenmauer wegen Einsturzgefahr gesperrt. Damals machte sich die Ministerin bei einem Besuch in Bad Karlshafen ein Bild von den Schäden und erste Schritte wurden vereinbart. In 2011 wurden die Hafenmauern oberhalb der Wasserlinie von einem Gutachter geprüft. Im Frühjahr dieses Jahres wurden im trockengelegten Hafen Schürfgruben zur Untersuchung des Baugrundes und der Mauerfundamente ausgehoben.

So soll die Mauer gerettet werden

Geplant ist, das Mauerwerk durch vertikale Pfeiler im Bestand zu stabilisieren. Einige Abschnitte des Mauerwerks sind allerdings so stark geschädigt, dass sie abgetragen werden müssen, um sie dann in der historischen Art und Weise neu zu errichten.

In der Zone, die durch den häufigen Wechsel des Wasserstands bei Hoch- und Niedrigwasser besonders beansprucht ist, wird mit drainfähigen - also wasserdurchlässigen - Mörteln gearbeitet. Damit kann das Wasser durch das Mauerwerk sickern, um zusätzliche Lasten durch den Wasserdruck zu vermeiden. Diese Mörtel werden auch in den Abschnitten des Mauerwerks verwendet, hinter denen hohe Erdanschüttungen liegen. Dort muss gewährleistet sein, dass die Feuchtigkeit aus dem Boden durch das Mauerwerk hindurch wandern kann, weil ein feuchter und damit schwerer Baugrund einen zu hohen Druck auf die Mauer ausüben würde. (eg/tty)

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