Hunde von Tiersammlerin: 68 Mischlinge suchen ein neues Zuhause

Bad Karlshafen. Die Mischlingshündin Zicke liegt zufrieden mit ihren Wurf in einem gepolsterten Hundekorb. Von draußen hört man das hohe Bellen von unzähligen Welpen.

Alle Tiere sind nicht vor Ort geblieben, einige wurden in das Franziskus Tierheim in Hamburg, die Wau-Mau-Insel in Kassel und das Tierschutzzentrum Pfullingen gebracht. „Die Mütter brauchen für sich und ihre Welpen eigene, ruhige Zimmer“, erklärt Claudia Bioly, Mitarbeiterin der Wau-Mau-Insel die Verteilung.

Trotz der großen Anzahl an Hunden sei der Fall von Animal Hoarding  nicht so dramatisch gewesen wie es oft der Fall sei, sagt Frank Weber, Leiter des Franziskus Tierheims: „Manchmal sieht man da das Elend pur.“

Der Bezug der Frau zu ihren Hunden sei sogar so eng gewesen, dass sie für jedes Tier eine Liste mit Esssenanweisungen mitgegeben habe. „Es hat mit einem Hund angefangen, aber ein Tierarzt hat ihr den überholten Rat gegeben, dass eine Hündin einmal im Leben geworfen haben sollte“, erklärt Karsten Plücker die Anfänge des Tiersammelns, das später außer Kontrolle geriet. „Mit so einer Menge an Hunde ist man dann einfach überfordert.“

Außer kleineren Sachen, wie Ohrenentzündungen oder tränenden Augen, sei der Gesundheitszustand der Hunde sehr gut. Auch die Abholung der Tiere mit den insgesamt drei Transportern ist ruhig und ohne Probleme verlaufen. „Aber im Wagen war natürlich ein ganz schöner Lärm. Sie sind schließlich das erste mal so richtig raus gekommen“, erinnert sich Plücker. Die kleinbleibenden Hunde, Mischlinge aus Yorkshire Terriern, Maltesern und Shih Tzus, sind sozialverträglich und zutraulich.

Von draußen hört man das hohe Bellen von unzähligen Welpen. 68 Tiere, 48 erwachsene Hunde und 20 Welpen, sind am Mittwoch aus der Haltung einer krankhaften Tiersammlerin aus der Nähe von Limburg in das Tierheim Bad Karlshafen gebracht worden sind. „Der TV Sender Vox, der das Format „hundekatzemaus“ produziert, kam auf uns zu, ob wir die Möglichkeiten hätten, bei dem Fall des Tiersammelns zu helfen“, erzählt Karsten Plücker, Leiter der Tierheime in Kassel und Bad Karlshafen. Da der Bund gegen Missbrauch der Tiere das Tierheim Bad Karlshafen erst vor Kurzem übernommen hätte und damit die Kapazitäten frei waren, hätte sie zusagen können.

Hintergrund: Tiere für Anfänger geeignet

„Es sind nette Hunde, die mit Kindern und Katzen keine Probleme haben.“, erklärt Karsten Plücker. „Sie sind auch für Anfänger geeignet, aber ideal wären sie als Zweithunde. Die Tiere sind es gewohnt mit Artgenossen zusammenzuleben, deswegen wäre es gut, wenn sie nicht so lange allein bleiben müssten.“ Einzig das Laufen an der Leine und die Stubenreinheit müsste noch geübt werden. Die erste Impfung haben sie schon überstanden, in vier Wochen wird nachgeimpft und gechippt. Eine notwenige, spätere Kastration ist in der Schutzgebühr des Tierheims bereits mitenthalten.

Wer Interesse hat, soll einfach in einem der Tierheime vorbeikommen, um die Hunde kennenzulernen, sagt Karsten Plücker. Ansonsten freuen sich die Tierheime des BMT über jede Spende: „Wir finanzieren uns zum größten Teil darüber“, ergänzt Frank Weber.

www.bmt-tierschutz.de

Kontakt zum Tierheim in Bad Karlshafen:

Wiesenfeld 4

34385 Bad Karlshafen

Telefonische Sprechzeiten: Montag bis Freitag 10 - 17 Uhr

Telefon: 05672/ 92 16 39

Fax: 05672 / 92 19 55

E-Mail: tierheim-bad-karlshafen@bmt-tierschutz.de

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Kontakt zum Tierheim Wau-Mau-Insel:

Schenkebier Stanne 20

34128 Kassel

Telefonische Sprechzeiten: Montag bis Freitag 10 - 12 Uhr & 16.30 - 19 Uhr Samstag 10 - 12 Uhr

Telefon: 0561/ 861 65 80

Fax: 0561/ 861 56 81

E-Mail: tierheim@wau-mau-insel.de

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Rubriklistenbild: © Birmes

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