Täter schossen auf den Zahnarzt im Ruhestand

Nach Raubüberfall im Tennisheim Hofgeismar: „Ich bin froh, am Leben zu sein“

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Hier wurde auf ihn geschossen: Dr. Klaus Barnier, Vorsitzender des Tennisvereins Hofgeismar, zeigt die Stelle im Vereinsheim, wo er am Freitag überfallen wurde. 

Hofgeismar. Für einen Mann, auf den vor drei Tagen geschossen wurde, wirkt Dr. Klaus Bannier erstaunlich gefasst. Er ist in Hofgeismar Opfer eines Raubüberfalls geworden.

Das Reizgas liegt noch leicht in der Luft, die Schranktür ist eingetreten. Ansonsten sind keine Spuren des Raubüberfalls im Hofgeismar Tennisvereinsheim zu sehen.

Dr. Klaus Bannier, Zahnarzt im Ruhestand, ist am Freitag Opfer eines Raubüberfalls geworden. Als der Vorsitzende des Tennisvereins am Freitagnachmittag zum Vereinsheim am Angerstadion fuhr, ahnte er noch nicht, was kurz darauf passierte. Schon bei seiner Ankunft bemerkte er zwei Jugendliche, die am Stadiontor herumlungerten. 

Der 68-Jährige habe gerade die Rasensprenger auf dem Gelände der Tennisanlage aufgestellt, als er einen der beiden im Eingang des Vereinsheims stehen sah. „Ich habe ihm gesagt, dass dies Privatgelände ist und er das Grundstück verlassen soll, als er mich plötzlich mit einer Eisenstange bedrohte“, berichtet Bannier.

Der Fremde habe ihn ins Haus gedrängt, wo schon sein Komplize wartete. Die beiden Jugendlichen verlangten Banniers Handy. Er sagte, er habe keines dabei und gab ihnen stattdessen seine Armbanduhr. Unvermittelt richtete einer der Täter plötzlich eine Waffe auf den 68-Jährigen und drückte aus einem Meter Entfernung ab. Zum Glück handelte es sich dabei nur um eine Gaspistole, sodass Bannier nur leicht verletzt wurde. 

Die schreckliche Erinnerung bleibt dennoch. Der Täter habe direkt auf seinen Brustkorb gezielt, schildert Barnier: „Ich bin froh und dankbar, noch am Leben zu sein. Wäre es eine scharfe Waffe gewesen, würde ich heute nicht hier sitzen.“ Er habe in dem Moment so unter Schock gestanden, dass er völlig ruhig reagiert habe.

Die Täter hätten geschossen, um ihn zu erschrecken, und danach den Raum verlassen. Geistesgegenwärtig griff der Vereinsvorsitzende daraufhin zum Telefon, das auf dem Tresen stand, und rief die Polizei. In dem Moment stürmten die Jugendlichen erneut in den Raum und verlangten Barniers Autoschlüssel, um mit seinem Wagen zu flüchten. Nachdem er ihnen den Schlüssel gegeben hatte, schlossen die beiden ihn im Haus ein und flohen mit dem Mercedes des Zahnarztes. Zehn Minuten später sei die Polizei gekommen und habe sofort die Verfolgung des flüchtigen Wagens aufgenommen. Bei der Verfolgungsjagd wurden beide Täter gefasst.

Verfolgungsjagd bis Gieselwerder: In der Ortsdurchfahrt der B 80 stellte die Polizei den 17-jährigen Fahrer. 

Nun, drei Tage nach dem Überfall, sieht der Vorsitzende des Tennisvereins das Ganze relativ gelassen, es sei schließlich kein Angriff auf ihn persönlich gewesen. „Es hätte auch jeden anderen treffen können, der statt meiner dort gewesen wäre. Ich bin nur froh, dass nicht meine Frau oder unser Enkel dabei war“, so Bannier.

Dennoch wirft der Vorfall bei ihm einige Fragen auf. So haben die Täter beispielsweise nicht nach Geld gefragt. Scheinbar hätten sie es nur auf sein Handy abgesehen. „Insgesamt habe ich die Sache gut weggesteckt, aber manchmal kommt die Erinnerung hoch“, beschreibt er seinen Zustand.

Die Tat sei laut Bannier kein Grund zur allgemeinen Panik. Im Verein herrsche Erleichterung darüber, dass die Täter bereits gefasst wurden. Trotzdem rät der Vorsitzende den Vereinsmitgliedern, zukünftig vor dem Heim zu warten, bis die anderen Mitglieder da seien. 

Kartenansicht: Tennisverein in Hofgeismar

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