Positive Auswirkung auf das Fleischerhandwerk

Nach WHO-Warnung vor verarbeitetem Fleisch: Ahle Wurscht außer Gefahr

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600g Fleisch sollte laut WHO die Obergrenze beim Wochenverzehr sein: Fleischermeister Uwe Köhler zeigt auf dem Teller, wie viel genau das ist.

Hofgeismar. Vor Krebserkrankungen durch zu viel Ahle Wurscht haben die wenigsten Hofgeismarer Angst - trotz Warnung der WHO vor verarbeiteten Fleischprodukten.

„Von 1000 Kunden, die wir am Tag bedienen, haben heute weniger als ein Prozent danach gefragt“, sagt Uwe Köhler, Fleischermeister und Obermeister der Innungen Hofgeismar und Wolfhagen.

Er sieht einen Vorteil des Fleischerhandwerks gegenüber der Industrie: „Durch so einen 'Skandal' möchten die Kunden lieber wenig Fleisch essen, dafür aber qualitativ hochwertiges aus lokalen Metzgereien mit eigenen Schlachtungen“, so Köhler.

Er erklärt zudem, dass vor allem vor verarbeiteten Produkten wie Wurst und Schinken gewarnt werde, weil diese mit mehr Nitrosaminen, wie Nitritpökelsalz, behandelt seien.

Auch auf diese Zusatzstoffe bezogen hätten Handwerksprodukte einen Vorteil gegenüber dem Industriefleisch. „Im Handwerk werden unter zwei Prozent des Nitritpökelsalzes für die Fleischverarbeitung verwendet, in der Industrie sind die Mengen mehr als doppelt so hoch“, erklärt Köhler.

Das Salz ist Geschmacksträger und wichtig für die Haltbarkeit des Fleisches. Betriebe, die selbständig schlachten, können aufgrund der Frische des Fleisches weniger Salz bei der Konservierung verwenden, als Fleischereien, die beliefert werden.

Die Ahle Wurscht sieht Köhler außer Gefahr: „Sie kann weiterhin gegessen werden, auch weil sie nur mit 1,6 Prozent Nitritpökelsalz behandelt wird.“

Es komme eben auf eine ausgewogene Ernährung an und dazu könne auch drei- bis viermal in der Woche Fleisch gegessen werden, meint Köhler. „Wie bei allem macht die Menge das Gift.“ Dass die Kunden sich nun so von der Warnung der WHO beeinflussen lassen, dass das Auswirkungen auf sein Fleischgeschäft hat, glaubt Köhler nicht. Dafür werde in Deutschland zu gerne Fleisch gegessen.

Er erklärt sich das große Interesse am Thema auch dadurch, dass Ernährung jeden Bürger betrifft und jeder mitreden kann.

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