Diskussion geht weiter

Nach Windpark-Urteil: Windräder sollen im Frühjahr 2021 fertig sein

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Im Blickpunkt: Über drei geplante Windkraftanlagen (hier ein Symbolbild) bei Langenthal wird auch nach dem Gang vor das Kasseler Verwaltungsgericht weiter kontrovers diskutiert. 

Nach dem Urteil zu drei geplanten Windrädern bei Langenthal geht die Diskussion weiter. Das Verwaltungsgericht Kassel hatte die Genehmigung der Anlagen für rechtmäßig erklärt.

Ein Urteil mit Signalwirkung hatten sich Windkraftgegner von der Klage gegen die Genehmigung dreier Anlagen bei Trendelburg-Langenthal erhofft. Vor Gericht kamen sie mit ihrer Klage allerdings nicht durch. Nun überlegen sie, ob sie in Berufung gehen sollen. 

Wir geben einen Überblick über die Akteure und ihre Standpunkte.

Das Gericht

In allen Punkten, vom Denkmal- bis hin zum Naturschutz, hat das Verwaltungsgericht in Kassel die Klage der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gegen die Genehmigung der drei Anlagen bei Langenthal abgewiesen. 

Eine Berufung hat das Gericht nicht zugelassen – dies sei in Verfahren üblich, die eine Einzelfallbetrachtung mit spezifischen Fragen darstellten und keine grundsätzliche Bedeutung für ähnliche Fälle hätten, erklärte Gerichtssprecher Matthias Spillner auf Anfrage unserer Zeitung. Es stehe den Klägern allerdings offen, die Zulassung der Berufung beim Hessischen Verwaltungsgericht zu beantragen.

Die Windkraftgegner

„Wir wollen jetzt erst einmal die schriftliche Urteilsbegründung abwarten“, sagte Bernhard Klug, Vorsitzender des Hessischen Landesverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, am Tag nach der Entscheidung. Einige Dinge aus der mündlichen Begründung des Gerichts seien für ihn verwunderlich. 

Etwa, dass man das 90 Meter nahe Schutzgebiet auf westfälischer Seite durch die Windräder nicht beeinträchtigt sehe. Man wolle nun mit dem eigenen Rechtsanwalt beraten, ob dieser eine Chance in einem weiteren Verfahren sehe. Falls ja, könne er sich gut vorstellen, dass der SDW-Landesvorstand entscheide, einen Antrag auf Zulassung der Berufung zu stellen, erklärte Klug. 

Unterstützung für eine solche Entscheidung signalisiert die Bürgerinitiative Bramwald-Oberweser. Man wolle sich dabei mit dem Aufruf zu Spenden und auch mit fachlicher Unterstützung, soweit dies möglicht ist, einbringen, sagte die BI-Vorsitzende Gabriele Niehaus-Uebel: „Es geht auf alle Fälle weiter.“

Das Unternehmen

Dass jenes Unternehmen, das die Anlagen bei Langenthal plant, die Entscheidung des Gerichts wohlwollend aufnimmt, ist keine große Überraschung: „Natürlich begrüßen wir das Urteil“, teilte Christian Schnibbe, Unternehmenssprecher der wpd onshore GmbH & Co. KG aus Bremen, auf Anfrage mit. 

Deren Tochterunternehmen, die Bad Karlshafen GmbH und Co. KG, war vor Gericht durch eine Anwältin vertreten gewesen und verteidigte neben RP-Vertretern die Genehmigung. Am Ende mit Erfolg. „Wir würden jetzt zügig mit weiteren Planungen fortfahren und streben eine Inbetriebnahme im Frühjahr 2021 an“, erklärte Schnibbe.

Die drei Anlagen sollen eine Leistung von je 3,45 Megawatt haben bei einer Gesamthöhe von je 212 Metern. „Für zwei der drei Anlagen brauchen keine Bäume gerodet zu werden, weil sie bereits Opfer der Borkenkäfer-Plage geworden sind“, sagte Schnibbe. Neben den Plänen bei Langenthal wolle wpd gerne noch weitere Projekte in Nordhessen umsetzen.

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