Naturpark Reinhardswald: Heftige Kritik an Entscheidung des Ministeriums

Hermann-Josef Rapp

Hofgeismar. Das Aktionsbündnis Beberbeck drängt auf ein Gespräch mit Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich. Sie hat, wie berichtet, abgelehnt, den Reinhardswald als Naturpark auszuweisen.

Für die vier Umwelt- und Naturschutzverbände, Nabu, BUND, HGON und SDW, eine nicht hinnehmbare Entscheidung, bremse sie doch die mögliche Entwicklung der gesamten Region des Reinhardswaldes aus. Bündnissprecher Hermann-Josef Rapp verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Alternativplanung zum Ferienresort Beberbeck. Mit einem Naturpark Reinhardswald eröffne sich die Chance, touristische Kräfte der Gemeinden und des Landkreises zu bündeln. Die Glanzpunkte der Region könnten dem Reinhardswald im Konzert der bisher elf hessischen Naturparke sehr schnell einen Spitzenplatz verschaffen, ist sich Rapp sicher.

Das Aktionsbündnis erwarte von einer Ausweisung als Naturpark Impulse für Handel und Gewerbe, heißt es in der Stellungnahme weiter. Daneben würde die Region als einheitliche, nicht nur bundesweit wahrnehmbare Dachmarke im Wettbewerb des Tourismus arbeiten können.

Steffi Weinert

Von daher stoßen die Argumente der Staatsministerin beim Aktionsbündnis auf absolutes Unverständnis. Als Schlag ins Gesicht gelebter Solidarität bezeichnet Rapp das Argument Puttrichs, bei der Ausweisung eines weiteren Naturparks müssten bestehende Parks mit einer geringeren Zuwendung auskommen.

Ebenso unglaublich sei das Argument, dem Reinhardswald mangele es an Schutzflächen. Nach Überzeugung Rapps erfordere es weder Geld noch eines nennenswerten Aufwands, um eine beliebig große Fläche des Reinhardswaldes zum Landschaftsschutzgebiet zu erklären. Einschränkungen für die Forstwirtschaft ergäben sich keine.

Fadenscheinig ist für das Aktionsbündnis darüber hinaus die Begründung des Ministeriums, mit der das von der Kreis-SPD geforderte Stiftungsmodell für den Reinhardswald abgelehnt wird (wir berichteten). Hier fordert das Bündnis eine gründlichere Prüfung, als es bisher geschah. Schließlich werde die Stiftung der hessischen Staatsweingüter als Erfolgsmodell der Landesregierung vermarktet.

Unterstützung erfährt das Aktionsbündnis in seinen Forderungen von der Kreistagsfraktion der Grünen. Sie wertet die Ablehnung des Naturparks als Affront gegen den Kreistag, der einen entsprechenden Beschluss gefasst habe, den Reinhardswald als Naturpark auszuweisen. Mit einem minimalen Aufwand an Personal und Kosten könne durch einen Naturpark eine enorme Verbesserung der Infrastruktur für die Region erzielt werden, ist Fraktionsvorsitzende Steffi Weinert überzeugt. (kil)

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