Mutmaßlicher Chef einer Terrorgruppe

Neuer Haftbefehl gegen Grebensteiner Druiden

Selbsternannter Druide Burghard B. Foto: Gruler/Schwetzinger Zeitung

Grebenstein/Karlsruhe. Laut Bundesanwaltschaft besteht gegen den aus Grebenstein stammenden selbsternannten Druiden Terrorverdacht und Verdacht auf Verstoß gegen Waffengesetze.

Gegen den aus Grebenstein stammenden Burghard B. (66), der nach bundesweiten Razzien vor zwei Wochen als mutmaßlicher Chef einer juden- und fremdenfeindlichen Terrorgruppe verhaftet wurde, ist am Dienstag ein neuer Haftbefehl ergangen. Verdacht laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe: Verstoß gegen das Waffengesetz und Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung. Wegen des Verdachts der Volksverhetzung saß der selbsternannte Druide, der den „Reichsbürgern“ nahestehen soll, bereits in Haft.

Im Regionalfernsehen machte Burghard B. Karriere als komischer alter Kauz mit weißer Kutte, Wallehaar und Räucherstäbchen - in der Rhön und im badischen Schwetzingen. Jetzt gilt der selbsternannter Druide und vormals Versicherungsvertreter aus Nordhessen als Hauptverdächtiger der Bundesanwaltschaft.

Bei Facebook und auf der russischen Internetseite VK.Com finden sich unter B.s Klarnamen und seinem Druiden-Pseudonym üble Hetzparolen: „Mein Selbsterhaltungstrieb sagt mir, dass ich die Juden und Moslems vernichten muss, bevor diese meine Sippe oder meine Familie vernichten“, zitiert die ARD einen Post.

Im Internet hetzte der 66-Jährige laut ARD-Magazin Panorama „bereits seit längerer Zeit gegen Juden, Linke und Flüchtlinge und ruft zu zivilem Ungehorsam auf“.

Panorama 3 im NDR-Fernsehen zitierte sogar Abhörprotokolle der Sicherheitsbehörden mit Gesprächen von Neonazis: „So fabulierte der Kopf der Gruppe, Burghard B., in einem Gespräch mit einem anderen Beschuldigten etwa von einer Attacke auf Polizisten: „Da werden Körperteile auf der Straße liegen. Und es kann auch sein, dass diese Teile dann Uniform tragen.“

Panorama 3 weiter: „Die Gruppe soll sich mehrfach an unterschiedlichen Orten konspirativ getroffen haben. Einzelne Verdächtige haben sich darüber hinaus über den Bau von Waffen ausgetauscht und offenbar Modelle angefertigt.“

Unterdessen wurden am Dienstag in Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erneut Häuser von „Reichsbürgern“ durchsucht. Die Razzien richteten sich laut Polizei gegen 16 Beschuldigte, darunter zwei Frauen. Auch Waffen wurden gefunden.

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