Pfarrer Schnepel tritt nach sechs Jahren Russland sein Amt in Hofgeismar an

Neuer Pfarrer für Altstadt

Sammelte auch im Ausland viele Erfahrungen: Pfarrer Markus Schnepel übernimmt 2.Pfarrstelle in Kirchengemeinde. Fotot: Fischer

Hofgeismar. Stau auf den Straßen und sogar vor der Rolltreppe, Menschen, die kommen und nach ein paar Wochen oder Monaten wieder gehen, einfach „das pulsierende Leben“: So sah Markus Schnepels (48) Alltag noch vor ein paar Wochen aus.

Der neue Pfarrer der Altstädter Kirche beendete seinen sechsjährigen Auslandsaufenthalt in Moskau und ist mit seiner Frau und seinen drei Kindern jetzt zurück nach Deutschland ins ruhige Nordhessen gekehrt.

„Moskau war eine sehr spannende Zeit. Die Menschen dort hausen auf engstem Raum zusammen. Dagegen ist das Leben hier in Deutschland, besonders in ländlichen Regionen, ein richtiges Kontrastprogramm.“, erklärt Schnepel.

An seinem Beruf gefalle ihm die Abwechslung und der Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen. Man habe von stiller Arbeit Zuhause bis hin zur öffentlichen Rede in einem Gottesdienst oder bei Kirchenprojekten alles dabei.

„Ich war früher schon neugierig auf Gott und die Bibel, wollte mehr darüber wissen und auch meine ganz eigenen Erfahrungen mit Gott machen. Religion bedeutet für mich, einen Grund für das eigene Leben zu suchen, zu finden und auch zu pflegen. Es bedeutet aber auch, sich an etwas zu binden.“

Sein Wunsch, die „weltweite Ökumene“, also das Leben christlicher Gemeinschaften auf der ganzen Welt, zu erfahren, verschlug ihn und seine Familie schließlich nach Russland, wo er gemeinsam mit seiner Frau sechs Jahre arbeitete.

Im Wesentlichen habe es zwei Unterschiede zwischen dem Leben hier und in Moskau gegeben: Die Menschen seien nur vorübergehend dort geblieben, die Evangelische Emmausgemeinde Moskau habe jedes Jahr ca. 30 Prozent ihrer Mitglieder aufgrund der hohen Fluktuation verloren, aber auch wiedergewonnen.

„Durch die kurze Dauer des Aufenthalts waren Freundschaften vielleicht einfacher zu knüpfen als hier in einer festen Dorfgemeinschaft.“

Auch gäbe es dort keine feste Kirchenstruktur wie hier in Deutschland, keinen Gesamtverband. Man habe sich aber mit anderen Auslandspfarrern zum Austausch auf Tagungen getroffen.

Die These, Religion habe in der heutigen Zeit an Bedeutung verloren, glaube er nicht, sagt Schnepel. Viele Leute beteten heutzutage eben lieber eher im Stillen, Privaten und nicht mehr so institutionalisiert wie früher.

„Das finde ich schade, aber ich respektiere auch die anderen Meinungen. Wenn einige zum Beten nicht in die Kirche oder in den Gottesdienst gehen wollen, ist das okay.“

Zuhause wäre es auch in Ordnung, wenn die Kinder ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Gott machten. „Glaube kann man eben nicht verordnen.“, sagt Schnepel.

In Hofgeismar gefalle ihm besonders die Weite der Landschaft, die Ruhe und die gute Lage. Die Gemeinde sei musikalisch und kirchlich erfreulicherweise sehr vielfältig. Die Familie sei sehr gut aufgenommen worden, so der gebürtige Marburger.

Von Aline Fischer

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