Ab April 2014 wird nur noch bleifreie Munition in den Landesforsten verwendet

Niedersachsen jagt bleifrei

Konzentration: Dieser Jäger wird ab April 2014 in den Landesforsten nur noch bleifreie Munition verwenden dürfen. Foto:  Privat/nh

Reinhardshagen/Hann. Münden. In den Wäldern des Forstamtes Reinhardshagen schießt so mancher Jäger schon seit langem mit bleifreier Munition. Ein Vorreiter der bleifreien Jagd ist Forstamtsleiter Dr. Norbert Teuwsen persönlich.

Was in den hessischen Wäldern derzeit noch freiwillig geschieht, wird ab 1. April nächsten Jahres in den niedersächsischen Landesforsten Vorschrift: Dann dürfen dort Förster und Jäger nur noch bleifrei schießen.

Mit dem Verzicht auf bleihaltige Büchsenpatronen leisten die Landesforsten einen „wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Verbraucherschutz“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der niedersächsische Landeswald verfügt mit 300.000 Hektar über knapp zehn Prozent der Jagdfläche Niedersachsens. Das Forstamt Münden zählt im Altkreis Münden ungefähr 5000 Hektar Landeswald.

Ab sofort werden die Förster, aber auch alle im Landeswald jagenden privaten Jäger aufgefordert, nur noch bleifreie Munition zu verwenden. Die Übergangsfrist bis zum kommenden Jahr soll den vollständigen Umstieg auf bleifreie Munition ermöglichen.

Keine Bleirückstände

„Wildfleisch ist ein gesundes und absolut natürliches Nahrungsprodukt. Eine konsequent bleifreie Jagd vermeidet mögliche Bleirückstände und liefert dem Verbraucher ein hochwertiges Lebensmittel“, sagt Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten. Von der Einführung bleifreier Munition versprechen sich die Landesforsten auch eine Signalwirkung für andere. Umfangreiche Untersuchungen zum Abprallverhalten neuer bleifreier Munition „haben in punkto Sicherheit keine signifikanten Unterschiede zu konventioneller Büchsenmunition ergeben“, heißt es weiter.

Auch aus Gründen des Greifvogelschutzes seien bleifreie Geschosse im Jagdbetrieb zu bevorzugen: In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Vergiftungen bei Seeadlern durch Bleirückstände aus der Nahrungskette. Im Landeswald werden jährlich insgesamt ungefähr 30 000 Stück Rot-, Dam-, Schwarz- oder Rehwild geschossen. Neben den Mitarbeitern der Niedersächsischen Landesforsten wird ein Großteil - über 75 Prozent - des Wildes durch private Jäger erlegt.

Der Forstbetrieb Stadtwald Münden hat den Umgang mit bleifreier Munition noch nicht abschließend geklärt, teilt die Leiterin Susanne Hoffmann auf Anfrage der HNA mit.

NRW seit April bleifrei

Im benachbarten Nordrhein-Westfalen darf bereits seit April nicht mehr mit Bleimunition im Staatsforst geschossen werden. Reinhardshagens Forstamtsleiter Norbert Teuwsen geht davon aus, dass über kurz oder lang auch Hessen dem Beispiel der Nachbarn folgen wird und ebenfalls die Bleimunition verbietet.

Das Forstamt Wolfhagen geht den bleifreien Weg schon länger. Im forsteigenen Wildladen gibt es nur Wildbret, das mit bleifreier Munition erlegt worden ist. Das gilt als Qualitätsmerkmal. Denn die Jagd mit Bleimunition beinhaltet nach Meinung vieler Experten ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko für den Menschen. So lautet eine Empfehlung für Schwangere, Kinder und Risikogruppen auf solches Wildbret besser zu verzichten.

Von Gerd Henke und Axel Welch

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