Nisthilfe in Sielen und Wülmersen: Die Störche können kommen

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Gemeinsam geht´s besser: Viele Sieler halfen am Wochenende mit, als der Naturschutzbund Hofgeismar dazu aufrief, Nisthilfen für Störche zu bauen. Auch Nico, Toni und Jonas (vorn, von links) fanden es spannend, etwas über die Tiere zu erfahren.

Sielen. Störche lieben Landschaften mit Wasser und weiten Wiesen. Optimale Voraussetzungen für die Ansiedlung bietet deshalb auch das Areal rund um den Sportplatz in Sielen.

Dort wurden am Freitag Nisthilfen für die besonderen Vögel aufgestellt. Das Projekt wurde vom Naturschutzbund Hofgeismar (Nabu) angestoßen und mit dem Wasserverband Diemel-Warme umgesetzt.

„Da hier im vergangenen Jahr zehn Störche gesichtet wurden, wollen wir ihnen hier nun Bruthilfen zur Verfügung stellen“, sagte Christiane Sasse, stellvertretende Vorsitzende des Hofgeismarer Nabu. Allerdings sei es nun wirklich an der Zeit, denn erste Störche seien schon hier. Vorarbeiten erfolgten schon am Wochenende, wo Nabu-Mitglieder mit Kindern und Erwachsenen die Basis der Horste aus Weiden gefertigt hatten. „Darauf wird dann noch etwas Kalkfarbe gespritzt, damit es so aussieht, als wenn es schon mal genutzt worden sei“, erklärte Sasse, denn diese würden besonders gerne angenommen.

Störche zu Besuch im Diemeltal: Sie begeisterten im Frühjahr 2014 (hier bei Sielen) alle Naturfreunde und setzten eine regelrechte Weißstorch-Euphorie in Gang. Etliche Horste entstanden.

Sollten sich die Störche zu bleiben entscheiden, müssen sie sich selbst ihren Horst weiterbauen. „Eine Tonne wiegen sie zum Schluss - da wird noch einiges von den Tieren an Material angeschleppt.“ Vier der Nisthilfen sind in einem Abstand von nur einigen hundert Metern auf dem Platz an der Diemel aufgestellt. Dieser relative Nähe sei kein Problem, ganz im Gegenteil seien Störche gesellige Tiere, die oft in der Nähe von Artgenossen brüteten. Neben den Sieler Horsten hat der Nabu auch einen bei Wülmersen aufgebaut, wo ebenfalls Hoffnung auf Annahme besteht. Alle Fünf wurden in fast 15 Meter Höhe angebracht - die Balken dafür stellte der Liebenauer Forst zur Verfügung.

Als im vergangenen Jahr ein Storchenpaar beim Sportplatz in Sielen gesichtet wurde, hat man kurzentschlossen provisorische Nisthilfen aufgebaut. „Eine wurde sogar angenommen, doch leider ist an der Stelle zu oft ein Gelenkbus vorbeigefahren, von dem sich die Vögel wohl gestört fühlten und weiterflogen“, äußerte Sasse. Nun, an den neuen Standorten hätten sie mehr Hoffnung.

Störchen Nisthilfen zu bieten macht Sinn, da alte Scheunen, hohe Schornsteine oder große alte Bäume - also Orte, auf denen die geschützten Tiere bevorzugt brüten - immer weniger werden. Auf dem weitläufigen Gelände nahe der Diemel dürfte auch das Nahrungsangebot reichlich sein, Mäuse, Frösche, Fische, Schlangen, all das wird gerne von den tagaktiven Vögeln angenommen.

Finanziert wurden die Nisthilfen von der Oberen Naturschutzbehörde in Kassel. Dort hatte der Wasserverband einen Antrag gestellt, der bewilligt wurde. Ohne den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Naturschützer und Sieler Bürger wären die Kosten wesentlich höher ausgefallen. (zta)

Weitere Infos und Fotos unter: www.nabu-hofgeismar.de/galerie/galerie-aktionstage

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