Bürgerinitiativen: Behörde reagiert nicht auf Bedenken

Heftiger Widerstand gegen Windräder im Wald, doch kaum Wirkung

Für viele eine Horrorvision: Zahlreiche Windräder auf den Hängen des Reinhardswaldes. Bei dieser Fotomontage richtet sich der Blick vom Lippoldsberger Kirchturm in Richtung Wald.

Hofgeismar. Der Widerstand gegen Windräder im Reinhardswald war heftig, doch er hat bisher kaum etwas gebracht - davon gehen Windkraftgegner im Kreisteil Hofgeismar aus.

Denn obwohl in Nordhessen Bürger insgesamt 15 000 Bedenken und Anregungen einreichten, hielten die Behörden fast unverändert an ihren Planungen fest, so der Vorwurf.

Die Windkraftkritiker verweisen auf Dokumente des Regierungspräsidiums (RP), die auch der HNA vorliegen. Dabei handele es sich nur um Arbeitspapiere, die nicht den aktuellen Stand widerspiegelten, sagt das RP.

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Konkret geht es um den Teilregionalplan Energie, der Gebiete für mögliche Windkraftanlagen in Nordhessen festlegt. Der erste Entwurf des Plans war vor einem Jahr veröffentlicht worden, damit Stellungnahmen dazu abgegeben werden können. Der größte Teil der 15 000 Einsendungen kam dabei von Privatleuten und Bürgerinitiativen, die Kritik vortrugen.

Im Landkreis Kassel ist vor allem der Reinhardswald durch so genannte Vorranggebiete für Windenergienutzung betroffen. Und ausgerechnet dort hätten die Bedenken der Bürger nichts bewegt, sagen Windkraftkritiker. Eine überarbeitete Karte des RP gibt ihnen offenbar Recht: Die vorgesehenen Flächen auf dem Kamm des nördlichen Reinhardswaldes sind nach wie vor verzeichnet. Veränderungen gibt es dagegen im Bereich nördlich von Hombressen.

Der Heuberg bei Hofgeismar ist in den modifizierten Planungen nicht vorgesehen. Veränderungen der Flächen gibt es unter anderem südlich von Reinhardshagen und westlich von Langenthal.

RP-Sprecher Michael Conrad bestätigt die Herkunft des Plans, kommentierte die Veränderungen aber nicht. Es mache keinen Sinn, zu einer veralteten Karte Stellung zu beziehen, während man mit Hochdruck an einer aktuellen Version arbeite.

Von Göran Gehlen

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