120 bei Bürgerversammlung zu beiden brisanten Themen

Gegen Riesen-Windräder und Salzlaugen-Einleitung

Lippoldsberg. Viele Menschen an der Oberweser wollen sich mit zwei möglichen Vorhaben, die ihr Leben und das der kommenden Generationen nachhaltig beeinträchtigen können, nicht abfinden: Die Riesen-Windräder im Reinhardswald und die Salzlaugen-Einleitung von K+S in die Weser.

Das wurde am Donnerstag bei der Bürgerversammlung mit etwa 130 Teilnehmern im Haus des Gastes in Lippoldsberg deutlich.

Zum Sachstand gab es Informationen von Dr. Walter Hölzel (Witzenhausen) von der Werra-Weser-Anrainerkonferenz und von Bernd Kleibl vom Landkreis Kassel. Fazit von Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin: Möglichst viele Einwohner sollten bis zum 15. Mai die Möglichkeit nutzen, per Internet oder über die Gemeinde Wahlsburg, ihre Einwände gegen die Windräder deutlich zu machen. Die Einwände gehen dem Regierungspräsidium in Kassel zu und seien wichtig, um noch etwas zu verändern.

Nach Ansicht von Oliver Penner, Vorsitzender der Bürgerinitiative, hat die schleichende Schaffung von Tatsachen System. „Wenn die Windräder erlaubt und gebaut werden, dann ist der Reinhardswald ein Industriegebiet und der Weg frei für die Salzeinleitungen von K+S“, sagte Penner gegenüber der HNA. Die Menschen in der Region müssten sich jetzt massiv gegen die drohenden Szenarien aufstellen, forderte er.

Resolution und Proteste

Laut Bürgermeister Quentin werde auch die lokale Politik die Vorhaben der Bürgerinitiative unterstützen. Für Juni werden laut Quentin Protestaktionen in Bad Karlshafen organisiert. Auf dem Podium mit dabei sein sollen laut Wahlsburgs Bürgermeister unter anderem auch verantwortliche Landes- und Bundespolitiker.

Einleitung nicht akzeptabel

Für die nächste Gemeindevertretersitzung in wenigen Wochen in Wahlsburg will Jörg-Otto Quentin eine Resolution gegen die Windräder und gegen die Salzeinleitung in die Weser vorbereiten, die nach Möglichkeit von allen Gemeindevertretern unterzeichnet werden soll. Quentin fordert K+S auf, alle Produktionsrückstände vor Ort zu verarbeiten. Weder die Einleitung der Abwässer in die Weser noch eine Pipeline in die Nordsee seien akzeptabel.

BI-Vorsitzender Oliver Penner fordert, dass sich die Gegner in Oberweser, Wahlsburg, Bodenfelde und anderen Anrainerorten gemeinsam gegen die Vorhaben stark machen. (jdx)

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