Ausblick 2016: Oberweser hofft auf Dorferneuerung

Großer Klotz: Die Grundschule in Oedelsheim, in der Mitte das Hauptgebäude, werden ab 2017 voraussichtlich nicht mehr gebraucht und könnten an die Gemeinde Oberweser fallen. Die künftige Nutzung könnte Teil der Dorferneuerung werden. Foo: Thiele

Oberweser. In unserer neuen Serie haben wir mit Rathauschefs über das kommende Jahr gesprochen. Heute geht es um Oberweser.

Aus finanziellen Gründen kocht die Gemeinde Oberweser ihre Projekte zwar auch in diesem Jahr noch auf kleiner Flamme, einige wichtige Maßnahmen stehen dennoch für 2016 auf dem Programm. Wir sprachen darüber mit Kämmerer Cornelius Turrey und dem Ersten Beigeordneten Jürgen Noll in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Rüdiger Henne.

Ein wichtiges Projekt für Oberweser ist der Start ins neue Dorferneuerungsprogramm, in dem Oberweser als Ganzes aufgenommen ist. In diesem Jahr müssen die einzelnen Förderprojekte festgelegt und dazu Arbeitsgruppen gebildet werden. Ein Fachbüro wird die Arbeit mit den Bürgern koordinieren. Einer der wichtigsten Punkte wird die künftige Nutzung der Grundschule in Oedelsheim sein, die mit der letzten Einschulung zum Schuljahr 2016/17 auslaufen soll, wenn die nach dem Hessischen Schulgesetz notwendige Klassenstärke von 13 Schülern nicht mehr erreicht wird. Der Kreis würde der Gemeinde die Gebäude dann zur Rückübernahme anbieten, sagt Kreissprecher Kühlborn.

Dorferneuerung

Deshalb machen sich Arbeitsgruppen in Oedelsheim bereits Gedanken, was damit bei einer Rückübertragung der Schulgebäude an die Gemeinde geschehen könnte. Baulich sind nicht mehr alle in gutem Zustand, ein Teilabriss wäre denkbar. Noch aber sind alles Gedankenspiele, ebenso, ob die Dorferneuerung tatsächlich in 2016 beginnt. Zumindest steht Oberweser auf Platz 1 der Liste im Kreis Kassel.

Baumaßnahmen

Bei den normalen Baumaßnahmen stehen in 2016 unter anderem Kanalerneuerungen an, eine neue Wasserleitung in der Neustadtstraße, Hecken- und Wegebaumaßnahmen auf den Friedhöfen Oedelsheim und Heisebeck, der Gemeindeanteil an der Erneuerung der Stützmauer an der L 763 in Heisebeck (wir berichteten) sowie eine Erweiterung des Feldweges an der Schredderanlage Gieselwerder. Unter anderem ist auch eine Solaranlage im Freibad geplant und ein neues Dach für das Campingplatzgebäude in Gieselwerder.

Energiegenossenschaft

Für eine Beteiligung an der Energiegenossenschaft Reinhardswald hat die Gemeinde Oberweser 46 000 Euro im Haushaltsentwurf vorgesehen. Derzeit sei nicht absehbar, ob die Gemeinde mitmacht, man müsse aber handlungsfähig sein, erklärte dazu Jürgen Noll. Das Land warte schließlich mit den Flächenfreigaben nicht, bis der Regionalplan verabschiedet sei. Das könne man am Kaufunger Wald sehen, wo bereits gebaut werde. Noll: „Es ist schwierig, den Bürgern zu vermitteln, aber wir müssen zum Reagieren bereit sein. Der Gemeindevorstand muss ohnehin nochmal beraten. So ist es aber der ehrlichere Weg.“ Das sagt auch Cornelius Turrey: „Es ist besser, wenn es im Haushalt drinsteht. Dann können wir flexibel sein.“

Hochwasserschutz

Seit Jahren schon wartet die Gemeinde darauf, dass die Hochwassergefahr durch den Bau von Retentionsflächen wie etwa die Öffnung von Altarmen und Flutmulden an der Weser gemindert wird. Die Gemeinde ist inzwischen schon im Besitz etwa der Hälfte der benötigten Flächen. Inzwischen hat es von der Bundesschifffahrtsverwaltung auch Zusagen gegeben für Flächen neben der Weserbrücke, wo ursprünglich mal ein Hafen für das Wasser- und Schifffahrtsamt geplant war. Diese Flächen müssten allerdings bezahlbar sein, sagt Turrey.

Tourismus

Im Tourismus, bis Ende der 1980er Jahre durch die Busreisen aus dem Ruhrgebiet und aus Berlin ein boomendes Geschäft für Pensionen, Hotels und Tagesziele an der Oberweser, deutet sich eine Erholung an, doch noch weit entfernt von den Ergebnissen vor 40 Jahren. Ein Grund ist, dass das Tourismusgeschäft hochprofessionalisiert ist und die Ansprüche der Kunden stark gestiegen sind. „Früher hat man hier das eigene Schlafzimmer für die Sommergäste geräumt, heute ist es für private Vermieter sehr schwer und teuer geworden“, sagt Jürgen Noll.

Dennoch machen sich die Tourismuswerbung, der Weserradweg und der Weserberglandwanderweg bemerkbar. Die beiden Campingplätze in Oedelsheim und Gieselwerder sind am Limit und im Sommer ausgebucht. Läden und Gastronomie profitieren davon. Ein Freibad und ein Hallenbad zu haben und zu behalten, sei ein wichtiges Argument. Noll: „Wir haben schon früh gespart, das zahlt sich jetzt aus“.

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