Gemüse-Allerlei auf Biohof

Biogärtner Raphael Dörbaum hat reichhaltiges Angebot parat

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Farbenfrohes Angebot: In seinem Hofladen kann Raphael Dörbaum derzeit eine bunte Mischung von unterschiedlicher Gemüsesorten anbieten. Natürlich alles erntefrisch.

Gieselwerder. Spätsommer und Frühherbst ist auf den Gartenflächen von Raphael Dörbaum die Zeit der großen Ernte.

Noch gibt es Tomaten in Hülle und Fülle und dazu Mangold, Bohnen, Blattsalat, Zucchini und Kartoffeln sind auch schon zu ernten.

Doch während die lange sommerliche Dürre den Tomaten des Biogärtners nicht allzu viel ausgemacht hat, fehlt den Knollen das Wasser. So finden sich unter den einzelnen Hösten weniger Erdäpfel als sonst und kleiner sind sie auch. Zudem hat den Pflanzen auch noch der Kartoffelkäfer zugesetzt. Aber Dörbaum produziert sein Obst und Gemüse „ohne jeglichen künstlichen Mehraufwand – was wächst, das wächst.“ Als Biogärtner verzichtet er selbstverständlich auf Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. Selbst auf Kompost verzichtet er. „Aber ich versuche, den Boden immer munter zu halten“, sagt Dörbaum. Das gelingt ihm mit seinem inzwischen ausgeklügelten System von Mischkulturen und Fruchtwechseln. So finden sich beispielsweise zwischen Gurken, Bohnen, Fenchel immer wieder auch Kräuter wie Borretsch, Basilikum und Bohnenkraut. Und auf allen Beeten blühen auch Blumen und die nicht nur am Rande.

Mit der Tomatenernte ist Raphael Dörbaum sehr zufrieden gewesen. Auch im Garten vor seinem Hofladen reifen die unterschiedlichen Sorten nach wie vor.

Raphael Dörbaum ist davon überzeugt, dass diese Art des Pflanzenbaus dem guten Geschmack seiner Pflanzen zugutekommt. Dies gilt auch für die Kartoffeln, die in diesem Jahr kleiner ausfallen. Geschmacklich sind seine Rote Emma, Granola, Linda und der Blaue Schwede unübertroffen. Obwohl es alles Liebhabersorten sind, die alles schon mal das Prädikat „Kartoffel des Jahres“ trugen und der Mehraufwand in diesem Jahr erheblich ist, „gebe ich sie wieder zu einem fairen Preis ab“, sagt Dörbaum. Nur die Möhren, die eigentlich ebenfalls schon geerntet werden könnten, lässt der Gärtner noch in der Erde. Der Boden ist einfach noch zu hart. Beim Versuch auf einem Beet, das Wurzelgemüse aus der Erde zu graben, verbog er sich die Zinken der Grepe.

Aber auch ohne Mohrrüben ist Dörbaum in der Lage, in seinem Hofladen und auf dem Marktstand in Hann. Münden, seinen Kunden ein buntes Gemüse-Allerlei anzubieten. Darin spielen seine 30 Tomatensorten immer noch eine tragende Rolle, aber inzwischen gesellen sich auch die ersten Kürbisse hinzu. Dörbaum empfiehlt Muskatkürbisse, die jetzt im hellgrünen Stadium noch mit Schale zubereitet werden können. Später, wenn sie außen ockergelb sind, ist nur noch das Innere zu verwenden.

Mit seinem bunten Gemüse-Allerlei ist Raphael Dörbaum am Wochenende auch auf dem großen Mittelalter-spectaculum im Tierpark Sababurg vertreten. „Das passt“, sagt er, „denn schließlich handelt es sich bei vielen meiner Sorten auch um altbekannte historische Sorten. So gehe die Züchtung einzelner Tomatensorten bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Zweimal Feldsalat säen

Weil sie abgeerntet sind, herrscht auf manchen Gartenbeeten derzeit Leere. Einige solcher Flächen bereitet Raphael Dörbaum jetzt für die Aussaat von Feldsalat vor. Den selbstgewonnenen Samen legt der Gärtner jetzt in Reihen und bedeckt ihn locker mit Erde. Spielt das Wetter mit, dann können die Nüsschen, wie der knackige Salat auch genannt wird, bereits vor Weihnachten erstmals geerntet werden. 

Die jungen Feldsalate sollte nicht zu dicht im Beet sitzen und genug Platz zum Aufwachsen haben.

Die Aussaat wiederholt der Gärtner Ende September. Der Wintersalat, der dann keimt, wird bei entsprechender Witterung Anfang des neuen Jahres zu pflücken sein. „Auf diese Weise lässt sich die Feldsalaternte bis März/April hinausschieben“, sagt Dörbaum. 

Bohnen im Juli und August 

Ähnlich verfährt Dörbaum übrigens auch mit Bohnen. So legt er Buschbohnen bereits im Mai in die Erde und kann sie im Juli ernten. Stangenbohnen dagegen kommen bei dem Biogärtner erst im Juni in die Beete. Die Ernte der grünen Neckarperle und des gelben Neckargold kann er jetzt noch einfahren. 

Weniger Glück hatte er indes mit Wirsing und Spitzkohl. Die Pflänzchen gingen unter der sengenden Sonne ein. Und auch vom selbstbezogenen Grünkohl bleibt nur ein Bruchteil übrig.

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