Arbeiter mussten umdrehen

Demonstranten stoppen Bohrarbeiten von K+S bei Gieselwerder

Gieselwerder. Gegner der geplanten Salzabwasserleitung des Kali-Konzerns K+S haben am Dienstag den Beginn der Bohrarbeiten für Bodenuntersuchungen bei Gieselwerder gestoppt.

Der Bohrtrupp einer Firma mit Sitz im bayrischen Günzburg rückte vorübergehend von der Baustelle ab.

Oberhalb des Mühlenplatzes bei Gieselwerder hatten drei Mitarbeiter der Firma schon am Montagabend ihre Maschinen geparkt, um dann am Dienstagmorgen mit Bohrarbeiten zur Untersuchung des Untergrundes zu beginnen, wie es ein Jahr zuvor schon zwei Kilometer weiter am Farrenplatz bei Gottsbüren erfolgte. 

Diese Nachricht sprach sich unter den Gegnern der Salzeinleitung herum und Rainer Lenzing, 2. Vorsitzender des Aktionsbündnisses Salzfreies Märchenland, stellte sich gestern Vormittag auf die Stelle des geplanten Bohrlochs. Die Mitarbeiter der Bohrfirma begannen zu telefonieren und zogen sich schließlich von der Baustelle zurück, so dass die Gegner unter sich waren.

Die über 20 Demonstranten von Salzfreies Märchenland, des Vereins Pro Märchenland, sowie Bürger und Tourismusunternehmer wollten damit klar machen, dass sie weiter gegen die Einleitung von Salzabfällen aus dem Kalibergbau in die Oberweser sind, da es Alternativen dazu gebe. Kritisiert wurde vor allem, dass die mit starken Erschütterungen und Lärm verbundenen Arbeiten in der Brut- und Setzzeit der Tiere erfolgen und zudem in der Nähe von Nestern des Rotmilans. 

Bernhard Klug, Landesvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sagte, dass sein Verband prüfe, ob man wegen des Lärms in der Brutzeit in einem FFH-Gebiet eine Unterlassungsklage anstreben sollte.

Sprecher Harald Kühlborn sagte, dass der Kreis die Orte und die Tiefen der Bohrungen von zehn bis 60 Meter genehmigt habe, da sie den Vorgaben entsprechen. Nachmittags gingen die Arbeiten weiter.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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