Flüchtlinge in Oberweser: Stimmung ist gut

Begeistert: Gemeinsam mit Einwohnern und Helfern aus Oberweser nutzten kürzlich die Flüchtlinge den gefallenen Schnee und rodelten auf Schulzens Wiese. Fotos: Meik Schneider (privat) / Thiele

Oberweser. Die Bürger in Oberweser haben sich mit den Flüchtlingen in ihrer Gemeinde arrangiert, sie akzeptiert und engagieren sich als freiwillige Helfer.

Auch in den Unterkünften sei die Stimmung gut. Das ist die aktuelle Bilanz, die Hildegard Gunkel-Becker als Betreuerin und gleichzeitig Vorsitzende der Gemeindevertretung dem Parlament auf eine Anfrage des Gemeindevertreters Hubert Henne (SPD) gab. Die Gemeinschaftsunterkünfte sind jene Einrichtungen, in denen die Flüchtlinge untergebracht werden, nachdem sie die Erstaufnahmequartiere des Landes (wie in Calden) verlassen haben.

Zahlen sind stabil

Derzeit seien insgesamt 107 bis 110 Flüchtlinge in den drei Quartieren im Berghof bei Oedelsheim sowie in den beiden Gebäuden an der Brückenstraße und am Mühlenplatz in Gieselwerder untergebracht. Die Zahlen variierten ständig um zwei bis drei Personen, seien aber stabil. Eine Familie sei in einer Wohnung untergekommen, zudem laufen Vorbereitungen, weitere ein bis zwei private Wohnungen mit Flüchtlingen zu belegen. Derzeit gebe es keine neuen Anfragen für weitere Quartiere in Oberweser, hieß es weiter.

„Die Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helfer klappt gut“, sagte Gunkel-Becker. Die Flüchtlinge aus den Balkanstaaten (wie Albanien) seien alle wieder abgereist, jetzt seien fast ausschließlich Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien in der Gemeinde.

Hildegard Gunkel-Becker

Verbessert habe sich der Deutschunterricht, der jetzt montags bis freitags jeweils von 8.15 bis 12.30 Uhr stattfinde, was deutlich effektiver sei als viermal eine Stunde. Die Stimmung in den Unterkünften sei meist gut, berichtete Hildegard Gunkel-Becker weiter. Einer der Helfer habe sogar seinen Geburtstag dort gefeiert, weil er nicht alle Flüchtlinge zu sich nach Hause einladen konnte. Gunkel-Becker: „Die Betreuer haben den Eindruck, dass sich inzwischen eine Gemeinschaft gebildet hat, da es nicht mehr so große Unterschiede in den Nationalitäten gibt.“

Auf Hubert Hennes Nachfrage, wie den Menschen hiesige Werte vermittelt werden, sagte Gunkel-Becker, dass das im Deutschunterricht der Volkshochschule thematisiert werde. Es gebe Übersetzungen des deutschen Grundgesetzes in allen Sprachen und die Bürokratie arbeite inzwischen deutlich schneller. Vom Arbeitsamt vermittelte Integrationskurse werden Pflicht, sobald sie ein Bleiberecht haben.

Einige Jungen spielen Fußball im Verein, einige Frauen treffen sich regelmäßig zu Handarbeiten im Webereimuseum. Außerdem gebe es Nachfragen nach Schwimmangeboten, was man prüfen wolle. Als vor einigen Tagen Schnee lag, seien alle Flüchtlinge mit großer Begeisterung Schlitten gefahren, andere waren in einem Kletterpark.

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