Schmidt nennt Salzsee Kampfansage an Natur

Gemeinde Oberweser richtet sich auf Klage gegen Pipeline und Salzsee ein

Oberweser. Die Gemeinde Oberweser richtet sich auf Klage gegen Pipeline zur Weser und den damit verbundenen Salzsee im Kreisteil Hofgeismar ein.

Notfalls mit einer Klage will die Gemeinde Oberweser einen Salzsee im nördlichen Landkreis Kassel verhindern. Dass dies nicht zum Nulltarif zu haben sein wird, ist den Kommunalpolitikern in dem kleinen Weserort dabei klar. „Da werden wir Geld in die Hand nehmen müssen“, sagt Bürgermeister Rüdiger Henne (SPD).

Der Zustimmung des örtlichen Parlaments kann er sich dabei sicher sein, wie sich bei einer Sitzung am Montag zeigte. Da wogten die Wellen hoch, als es um die Pläne des Kasseler Kaliherstellers K+S ging, zur Salzabwasserentsorgung eine Pipeline zur Oberweser zu bauen. Den von der grünen hessischen Umweltministerin Priska Hinz vorgestellten „Vier-Phasen-Plan“ nannte der Verwaltungschef denn auch einen „Vier-Phrasen-Plan.“

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Die hessische Landesregierung solle K+S zwingen, die modernste technische Lösung bei der Abwasserbeseitigung bereits an den Produktionsstandorten zu wählen, forderten die Kommunalpolitiker über alle Parteigrenzen hinweg in einem einstimmig gefassten Beschluss. Denn an der Weser fürchtet man eine Naturzerstörung - und damit die Zerstörung der Grundlagen für den Fremdenverkehr. Arbeitsplätze und damit die Zukunft der Region stünden auf dem Spiel, wenn Salzsee und - die andere große Angst - zahlreiche Windräder kommen.

„Die sollen die Windräder in den Salzsee stellen, dann haben wir die größte Offshore-Anlage im deutschen Binnenland“, drückte Carsten Klinge (SPD) die Stimmung sarkastisch aus.

Unterstützung bekamen die Salzsee-Gegner erneut von Landrat Uwe Schmidt, der einen Salzsee im Reinhardswald nördlich von Gottsbüren als „Kampfansage an Mensch und Natur“ bezeichnet. Auch der Landkreischef hatte schon angekündigt, notfalls gegen einen Salzsee zu klagen. Auf die Unterstützung anderer Kommunen und Bürgerinitiativen vertraut man auch in Oberweser.

Von Michael Rieß

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