Kunden wussten vor Mitarbeiterinnen Bescheid

In die Tankstelle an Gieselwerders Ortsrand: Post zieht wieder um

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Geschichte: Die Postfiliale mitten in Gieselwerder macht dicht. Die bisherige Mitarbeiterin Anita Wellhausen (rechts) und die langjährige Kundin Erika Schweinberg bedauern den Verlust. Ab morgen ist die Post in der TAS-Tankstelle am Ortsrand. 

Die Postkunden in Gieselwerder müssen sich schon wieder umgewöhnen. Die Fililale zieht erneut um.

Wenn sie Briefmarken kaufen oder Pakete und Päckchen aufgeben wollen, finden sie diesen Service der Post AG ab morgen nicht mehr im Haus des Gastes in der Ortsmitte, sondern 1,2 Kilometer entfernt an einem neu eingerichteten Tresen in der TAS-Tankstelle an der B 80 (Mühlenplatz 4).

Die drei Mitarbeiterinnen erfuhren von der Schließung der Filiale erst im Spätsommer – allerdings nicht von der Post, sondern von ihren Kunden. Auf Rückfrage erfuhren sie, dass man abwarten wollte, bis die neuen Verträge unterzeichnet waren, um es ihnen dann mitzuteilen. Dass es die Kunden im Ort schon wussten, bevor sie selbst es erfuhren, ärgert die bisherigen Mitarbeiterinnen dennoch, wie es Astrid Wellhausen formuliert, die sieben Jahre lang am Schalter im Haus des Gastes stand.

Kunden mochten den separaten Postraum

Gestern machte sie zum letzten Mal einen Kassenabschluss, weil heute schon die Möbel und Geräte abgeholt werden. Ihre Kollegin Simone Ebner kündigte sofort, als sie von den Plänen erfuhr und wechselte zur Gemeinde Oberweser. Eine weitere Vertretungskraft war erst im Frühjahr eingestellt worden.

Vor 2012 befand sich die Post im benachbarten Lebensmittelmarkt, direkt zwischen Backstand und Kassenband, weshalb viele Kunden den separaten Postraum im Haus des Gastes begrüßten.

Standort war ideal

Etliche Einwohner in Gieselwerder, vor allem ältere, bezweifelten, ob sie den neuen Standort am Ortsrand zu Fuß noch erreichen können, berichtet Kundin Erika Schweinberger von Gesprächen der vergangenen Tage. Die Lage in der Ortsmitte direkt neben Gemeindeverwaltung, Kirche, Einkaufsmarkt, Campingplatz und rollendem Metzgerwagen sei ideal gewesen, vor allem für Fußgänger mit Rollator.

Über die Gründe für die Schließung und den Umzug zu einem neuen Partner wollte Post AG-Pressesprecher Thomas Kutsch in Frankfurt gestern nichts sagen. Das sei Sache der Vertragspartner und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Er verwies darauf, dass der neue Standort in der Tankstelle nicht nur zwei Stunden täglich geöffnet sei, wie der bisherige Standort, sondern werktäglich von 8 bis 17 und samstags von 9 bis 12 Uhr. Die Gemeinde sei informiert gewesen, habe aber kein Veto eingelegt, sagte Kutsch. Bürgermeister Turrey sagte auf Frage der HNA, dass so ein Veto keine Wirkung gehabt hätte.

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